Die Bayerischen Jungen Liberalen treffen sich zwei Mal im Jahr zu einem Landeskongress. Der letzte vor der Bundestagswahl findet am 20. und 21. Mai im "Roten Ochs" in Forchheim statt.

Der Vorsitzende der Jungen Liberalen (Julis), also der Jugendorganisation der FDP, in Forchheim, Tobias Lukoschek, spricht im Interview über die für Forchheim besondere Veranstaltung.

Wie kam es denn dazu, dass sich die bayerischen Julis in Forchheim treffen?
Tobias Lukoschek: Der letzte Landeskongress war im Oktober in Augsburg. Da war ich zum ersten Mal dabei. Eine Woche später bekamen die oberfränkischen Kreise eine Nachricht, dass der nächste Landeskongress in Oberfranken stattfinden soll. Als junger Frischling wusste ich natürlich nicht, auf was ich mich da einlasse und sagte, klar können wir das in Forchheim machen. Sebastian Körber hat das auch sehr begrüßt und dann haben wir mit den Planungen angefangen.
Es ist schon etwas sportlich, das in einem halben Jahr zu planen. Vor allem auch eine Lokalität im Mai zu finden, wo vieles durch Hochzeiten belegt ist.

Ihr seid jetzt im "Roten Ochsen". Wie viele Plätze gibt es dort und wie viele Julis werden erwartet?
Also mir wurde gesagt, dass beim Frühjahrs-Lako, so wird der Landeskongress genannt, immer weniger Leute kommen, weil er auch nur zwei Tage dauert. Ich sollte ursprünglich so mit 90 Personen rechnen. Im Herbst wird immer mit 120 bis 130 Personen geplant. Im Roten Ochsen haben wir 140 Plätze. Und die werden wir jetzt auch brauchen, da die Anmeldezahlen viel höher sind, als ursprünglich gedacht.

Und wie kam es dann jetzt dazu, dass es auf einmal so viel mehr Anmeldungen gibt?
Naja, die FDP ist ja nicht mehr im Bundestag und das ist der LaKo vor dem Wiedereinzug. Oder wir hoffen ja, das wir wieder einziehen. Deshalb wollen sich jetzt alle beteiligen und wir sind schon irgendwie im Wahlkampf-Modus.

Wie läuft so ein Kongress ab?
Es gibt auf jeden Fall heißere Debatten als beim Bundesparteitag der FDP. Dort war ich in diesem Jahr zum ersten Mal. Da wurden über 200 Anträge an einem Wochenende bearbeitet. Beim letzten Lako haben wir drei Anträge durchgebracht.

...weil die Jungen leidenschaftlicher diskutieren?
Ja, auch. Und weil es für jeden Antrag drei Pro- und drei Kontra-Redner gibt. Beim Bundesparteitag gab es immer einen Pro- und Kontra-Redner. Da sind die Meinungen der Delegierten aber vorher schon fast immer fest. Es gibt nur selten Anträge, bei denen der Redner so überzeugt, dass man sich umentscheidet. Beim Bundesparteitag wurde die Debatte auch nur zweimal eröffnet. Bei den Julis wird viel mehr diskutiert.

Und was passiert sonst so auf einem Lako?
Eigentlich wurde im Herbst der gesamte Vorstand gewählt. Zwei sind nun aber aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Diese beien Plätze werden wir beim Kongress in Forchheim nachbesetzen.

...und werden Sie oder einer der anderen Forchheimer Julis antreten?
Nein, leider nicht. Aber es werden auch die Delegierten für den Bundeskongress gewählt. Da könnte ich mich aufstellen lassen, aber habe nicht das große Interesse daran.

Der Titel von diesem Kongress ist "Debug Deutschland". Was bedeutet das?
Debug kommt aus der Software-Entwicklung. Das kommt noch aus der Zeit mit den Lochkarten. Heute wird das verwendet, um Fehler oder eben Verbesserungen in der Software vorzunehmen. Also immer, wenn etwas optimiert wird. Da haben wir uns gedacht, Deutschland ist gut, aber es geht noch besser.

Und was steht da konkret auf dem Programm?
Als Julis Bayern haben wir kein Programm, aber wir sprechen über verschiedene Themen. Welche Themen beziehungsweise Anträge auf dem Plan stehen, wird aber erst vor Ort besprochen. Es werden vor dem Kongress die Anträge eingereicht. Vor Ort wird dann nach einem speziellen Verfahren entschieden, was wann auf der Tagesordnung steht.

Und habt Ihr aus Forchheim auch etwas eingereicht?
Nein, wir sind mit der Organisation gut eingespannt, obwohl wir auch viele Themen hätten. Aber wie vorhin schon gesagt, bei den Lakos kommen ohnehin nicht viele Anträge dran.

Ein letztes: Wenn die FDP wieder in den Bundestag kommt. Mit wem könnte die Partei koalieren?
Um ehrlich zu sein, finde ich persönlich, dass es kein schlechter Wiedereinstieg wäre, wenn man in der Opposition sitzt. Es ist wichtig, dass die FDP den Wählern zeigt, dass sie beständig sein kann. Sie muss durch klare Positionen beweisen, dass sie es ernst meint. Und das kann man am Lautesten, in dem man in der Opposition ist.



Zur Person

Eckdaten Tobias Lukoschek ist 22 Jahre alt und gebürtiger Forchheimer. Er arbeitet als Software-Entwickler.

Politisches Engagement Sein Bestreben, sich politisch zu engagieren, begann mit dem Aufstieg der AfD. "Ich habe mir die Parteiprogramme der verschiedenen Parteien durchgelesen und festgestellt, dass mit der FDP die meisten Schnittstellen bestehen."

Zugehörigkeit Seit Mai 2016 ist er FDP-Mitglied. Kurz darauf kam er auch zu den Julis, der Jugendorganisation der Liberalen. Im Oktober 2016 wurde er zum Vorsitzenden der Julis gewählt.

Julis Forchheim Den Jungen Liberalen Forchheim gehören neun Personen an. Die Mitglieder der Julis sind satzungsgemäß zwischen 14 und 35 Jahre alt.