Die sechs Musikanten schweben derzeit auf Wolke sieben im fränkischen Brodwörschthimmel. "Das war der Höhepunkt in unserem Musikerleben", schwärmt Manfred Wagner. Der Bamberger mit dem Akkordeon ist einer der sechs Köpfe von "Die scho widdä", der "Frangn-Band", die sich in der BR-Sendung "Fastnacht in Franken" in Veitshöchheim präsentieren durfte.

3,8 Millionen Zuschauer, davon 2,23 Millionen in Bayern und 1,54 Millionen außerhalb des Freistaats, haben die Prunksitzung des Fastnacht-Verbands Franken im Fernsehen verfolgt. Der Quotenrenner "Fastnacht in Franken" dürfte demnach auch 2014 - wie schon in den Vorjahren - die erfolgreichste Sendung aller dritten Programme in Deutschland sein.
Drei Stunden und 33 Minuten dauerte die Live-Sendung, bei der sich alljährlich die bayerische Prominenz aus Kirche, Politik und Wirtschaft ein Stelldichein gibt.

"Die scho widdä" - das sind Manfred Wagner, Helmut und Alfons Zeiler, Lothar Wagner, Lothar Voit und Robert Fritsch - kommen aus Höchstadt, Pommersfelden, Possenfelden (Stadt Schlüsselfeld) und Bamberg. Mit ihrem selbst gemachten Stimmungslied "Schmeiß Brodwörscht uns vom Himmel" eröffneten sie die närrische Sendung. Die Teilnahme dazu hatten sich die sechs Musikanten im BR-Wettbewerb "Franken sucht den Supernarr" erkämpft.

Einmaliges Erlebnis für Bianca

Ebenfalls in Veitshöchheim dabei war ein Tanzmariechen aus dem Landkreis Höchstadt: Die Wiesendorferin Bianca Dürrbeck von den Röttenbacher Besenbindern, die 2013 Deutsche Meisterin der Klasse Ü 15 wurde. Sie wirbelte zusammen mit Liana Wolf von der DJK Schwabach über die Bühne. "Es war spannend", sagt die 18-Jährige, die seit zehn Jahren tanzt, am Telefon. "So etwas erlebt man nur einmal im Leben."

Alle sind unbeschreiblich glücklich, dass alles geklappt hat. Manfred Wagner erzählt am Telefon wie er das Ganze empfunden hat: "Es war ein Erlebnis. Das Gefühl kann man nicht beschreiben." Für zwei Nächte war die Gruppe in Veitshöchheim einquartiert. Am Donnerstag fand die Generalprobe statt. Mit Publikum und dem genau gleichen Ablauf, mit Kameras und allem Drum und Dran wie bei der Sendung am Freitag - nur ohne Promis. Selbst für die Probe waren alle Karten vergriffen. Schon der Donnerstag war nach Wagners Worten "ein klasse Abend". Wäre es notwendig gewesen, hätte es am Freitag noch eine zweite Probe gegeben. Doch darauf wurde verzichtet, denn es habe alles wie am Schnürchen geklappt. "Wir waren die ersten auf der Bühne und die Leute haben sofort ganz toll mitgemacht."

"Bühnenfertig" sei die Gruppe am Freitag um 18.40 Uhr vor der Türe gestanden und habe ihrem Auftritt entgegengefiebert. Schon lange zuvor sei vor den Mainfrankensälen alles abgesperrt worden. Polizei und Sicherheitsdienste sorgten dafür, dass die Promis beim Schaulaufen auf dem roten Teppich unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen unbehindert gehen konnten. Die Spannung am Freitag beschreibt Wagner wegen des hochkarätigen Publikums als "noch intensiver als am Donnerstag". Mit Politikern wie Seehofer, Stamm, Söder oder Beckstein sei man allerdings nicht ins Gespräch gekommen. "Die sind abgeschottet", sagt Wagner.

Einen ganz herzlichen Umgang habe es jedoch mit den Künstlern gegeben. "Michl Müller, Volker Heißmann, die Altneihauser Feierwehrkapell'n oder die Parodis - alle haben uns mitgenommen und uns mit Toi, Toi, Toi auf die Schultern geklopft. Mit der Musikgruppe "Parodis" haben "Die scho widdä" sogar eine Umkleidekabine geteilt. "Die machten keinen Unterschied, ob wir Laien oder Profis sind. Wir haben uns da sauwohl gefühlt!" Und dieses Gefühl möchten "Die scho widdä" noch einmal haben. Die Supernarren der letztjährigen Fastnachtssendung, die beiden Frauen aus Thüringen, hätten in der Komödie Fürth auftreten dürfen. "Das wünschen wir uns auch", sagt Wagner. Vorerst freuen sie sich auf Höchstadt. Da mischen sie beim Rummel am Faschingsdienstag mit.