"Wenn jemand nicht überempfindlich ist, sollte es ihn nicht stören, wenn unter einer benachbarten Grünfläche Müll vergraben ist", sagt Hans Leuchs, Sachgebietsleiter vom Umweltamt des Landkreises Erlangen-Höchstadt. Dabei bezieht er sich auf die illegale Müllablagerung, die vor rund vier Wochen auf einem etwa 5000 Quadratmeter großen Areal am Galgenberg zu Tage kam, als das Grundstück baureif gemacht wurde.

Seitdem soll ein Gutachter den Müll unter die Lupe nehmen, um festzustellen, ob von dem teilweise jahrelang dort schlummernden Unrat Gefahren ausgehen. Wie unsere Zeitung Mitte Februar berichtete, hatten in der Vergangenheit Höchstadter Bürger und auch Geschäftsleute aus der Innenstadt alles, was vor 30, 40 und mehr Jahren nicht mehr gebraucht wurde, in dem ehemaligen kleinen Steinbruch entsorgt.
Eingebettet in Erde fanden sich jetzt Fahrräder, verrostete Mofas, Kinderwagen, Bettgestelle und Matratzen, geborstene Metallfässer bis hin zu Elektrogeräten.

Die Eigentümer wollten das Areal, auf dem sechs Einzelhäuser geplant sind, als Bauland verkaufen und haben sich dafür von der Stadt auch einen Bebauungsplan absegnen lassen. Der überraschende Müllfund verzögert dieses Vorhaben jetzt. Dabei wurde der Müll aber nicht dort gefunden, wo die Wohnhäuser entstehen sollen, sondern an einer Stelle, für die der Bebauungsplan eine Grünanlage vorsieht.

Jetzt wird darüber diskutiert, wie es weiter geht und wer die Kosten für die ordnungsgemäße Entsorgung übernehmen muss. Diese verlangt jetzt Hans Leuchs vom Landratsamt. Und er trifft noch eine für die Eigentümer nicht sehr erfreuliche Feststellung. So wäre es besser gewesen, den Müll vor dem Ausgraben zu untersuchen. Wäre er unbedenklich, hätte man ihn ruhen lassen können. Die Eigentümer des Grundstücks versicherten unserer Zeitung allerdings, "es hat geheißen, es muss alles raus". Die Stadt hält sich unterdessen vornehm zurück. Man habe zwar ein Interesse daran, dass sich das ganze Gelände entwickelt, der Müll sei aber leider erst mal das Problem der Grundstückseigentümer, meint Bürgermeister Gerald Brehm (JL).