"Thank you Höchstadt" hatten die Gäste des internationalen Jugendbandfestivals Freitagnacht skandiert. Gleiches können auch die unzähligen Besucher sagen, die in diesem Jahr wieder ein wunderschönes, vor allem aber friedliches Altstadtfest erleben durften. Mehr als dreißig Grad im Schatten konnten der Feierlaune ebenso wenig anhaben wie die Innenstadtbaustelle, die bis an die Festmeile heran reichte.

Höchstadt feierte ein ausgelassenes, fröhliches Fest, das - mittlerweile zum schönsten im Aischgrund gekürt - auch Besucher aus der ganzen Umgebung anlockte. Vielleicht hatte es in diesem Jahr durch die Gäste aus den russischen und irischen Partnerstädten sogar noch mehr Flair. Sybille Menzel, die zusammen mit Dagmar Wennmacher die Ausstellungen der Partnerstädte im Kommunbrauhaus betreute, stand noch am Samstag ganz unter dem Eindruck des Jugendfestivals. Den Weg in die Ausstellungen fanden zwar nur wenige Besucher, doch damit hatten die Organisatoren bei diesen Temperaturen fast schon gerechnet.

Im Erdgeschoss des Kommunbrauhauses hatte das Rote Kreuz Station bezogen. Freitagnacht habe es Arbeit gegeben, war da zu hören. Allerdings handelte es sich dabei - mit Ausnahme eines Kreislaufproblems, das im Krankenhaus abgeklärt werden musste - nur um leichte Verletzungen.

Der Flohmarkt in der Brauhausgasse hatte wohl etwas zu viel Sonne abbekommen. Schon gegen 18 Uhr wurden die Stände abgeräumt. Lediglich im Schatten des Kommunbrauhauses hielten es einige länger aus. Um in das Epizentrum des Altstadtfestes zu kommen, ging der Besucher am besten immer der Nase nach. Der Geruch von gebratenem Fisch zeigte den Weg bereits in der Brauhausgasse. Heringe, Makrelen und Fischchips des Fischereivereins gingen weg wie warme Semmeln.

Bei Kolping gegenüber versenkten die Frauen die beliebten ungarischen Lángos im heißen Fett. Wem das zu üppig war, der konnte seinen Magen mit Wein oder Palinka, einem ungarischen Schnaps, versöhnen.
Wer hat schon mal die Gelegenheit von einer bayerischen Abgeordneten höchstpersönlich bedient zu werden? SPD-Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann pries ihre "weltbesten Pizzas" an und schenkte dem Höchstadter CSU-Vorsitzenden Alexander Schulz "roten" Wein ein. Die Glocken der nahen Stadtpfarrkirche läuteten noch, als sich an den "Bierquellen" auf dem Marktplatz bereits die ersten Schlangen bildeten. Immer mehr Besucher sicherten sich bereits die besten Plätze in den Zelten.


Eisenbahn statt Karussell

Sehen und gesehen werden gehört zum Altstadtfest wie Essen, Trinken und Musik. Eine gute Gelegenheit für junge Leute, ihre Tattoos einem großen Publikum zu präsentieren. Irgendwas fehlte auf dem Weg zum Schlossberg: Das Nostalgiekarussell, das immer vor der Sparkasse stand, war in diesem Jahr nicht da. Dafür zog an gleicher Stelle eine Eisenbahn, das "Franken-Bähnle" die Kinder an. Als "Motion Sound" um 20 Uhr zu spielen begann, waren Zelt und Schlossberg rappelvoll. Am Marktplatz war zu diesem Zeitpunkt ohnehin kein Durchkommen mehr.