Die durch den Verlust von Pfarrer Gottfried Schlee in der evangelischen Kirchengemeinde entstandene Lücke wurde vor Kurzem zur Hälfte mit Pfarrerin Sybille Stargalla gefüllt. Mit der Anstellung von Verena Lorz als Religionspädagogin konnte sie nun endlich geschlossen werden.

Der Gottesdienst am Sonntag, welcher Corona geschuldet auf der Wiese vor der Kirche stattfand und mit über 100 Gläubigen gut besucht war, stand dann auch im Zeichen der Einführung und Einsegnung des Neuzugangs.

"Unser Gottesdienst findet heute unter dem schönsten Kirchendach statt, das man sich vorstellen kann", sagt Pfarrer Fritz Schäfer und fügt mit ein wenig Wehmut hinzu: "Ich hätte nie gedacht, dass einmal Singen zur Gefahr wird", womit er auf die Maskenpflicht beim Singen auf-merksam macht.

"Wir haben eine halbe Pfarrstelle und eine halbe pädagogische Religionsstelle ausgeschrieben", erklärt Schäfer dann. "Im Kirchenvorstand fragte man sich, ob sich überhaupt jemand melden würde. Der liebe Gott machte es möglich, dass plötzlich zwei hochmotivierte Kolleginnen sagen: Wir machen das."

Schäfer machte klar, dass es Michael Ulbrich zu verdanken war, dass die 26-jährige Verena Lorz "nun eine volle Stelle kriegt, weil sie in der Ritter-von-Spix-Mittelschule untergekommen ist." Renate Tallon, Schulbeauftragte im Dekanatsbezirk Bamberg, erklärte, dass Lorz zwölf Stunden ihrer Ar-beitszeit in erster Linie für Konfirmanden und Jugendliche da sein wird, 13 Stunden entfallen auf Religionsunterricht in der Mittelschule.

"Ich war hier auf der Schule"

"In der Arbeit mit Jugendlichen ist immer sehr viel möglich", nennt Verena Lorz einen der Hauptgründe, sich für die Arbeit mit den jüngeren Gemeindemitgliedern zu begeistern. Dies in Höchstadt zu tun, war nicht wirklich abwegig, stammt die junge Frau doch aus Steppach. "Meine Eltern wohnen nicht weit weg, meine Oma ist in Adelsdorf in einem Seniorenheim", sagt sie, "so kann ich sie besuchen".

"Ich freue mich, hier zu sein, weil ich hier nicht fremd bin", macht sie in ihrer Rede deutlich, "Ich war hier auf der Schule und der Realschule, war 1000 Mal mit meiner Mutter bei Aldi und Kaufland, hab hier am Triathlon teilgenommen, im Freibad Schwimmen und in der Eishalle Schlittschuhlaufen gelernt. Ich verbinde viele Erinnerungen mit Höchstadt. Das ist wie Heimkommen, dass ich jetzt hier bin."

An ihrem Interesse an einer Tätigkeit im kirchlichen Rahmen hat Pommersfeldens Pfarrerin Angelika Steinbauer einen nicht gerade geringen Anteil, "Ich war bei ihr im Konfirmandenunterricht", sagt Lorz, "Sie hat ihn so gestaltet, dass es viel Spaß gemacht hat. Da wusste ich, dass ich Jugendarbeit machen wollte."

Wichtig bei ihrer Tätigkeit sind Lorz die Kombination von Schule und Gemeinde, was ihr in Höchstadt ermöglicht wird. In Zeiten von Corona Jugendarbeit mit Hygieneauflagen zu machen, sieht Lorz als Herausforderung. "Aber daraus werden sich auch neue Ideen entwickeln. Man muss sehen, was geht und was nicht geht."

Der Freund an ihrer Seite

Ihr Werdegang hat sie durch weit geführt. So war Lorz im Dekanat Jugend in Bamberg, war Vorsitzende im Dekanatsjugendkonvent, studierte in Nürnberg Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit und absolvierte in München ihr Praxisjahr an einer Grund- und Mittelschule und im Landeskirchenamt. Der zweijährige Vorbereitungsdienst fand in Gerbrunn bei Würzburg statt, auch hier war sie an einer Grund- und Mittelschule und in der Gemeinde tätig.

An der Uni lernte sie dann Christian Willinger "kennen und lieben", wie sie sagt. Er assistiert bei der folgenden Einsegnung durch Renate Tallon. Die zweite Person an ihrer Seite ist Paula Haberberger, welche Verena Lorz in Gerbrunn kennenlernte. "Paula hat mich maßgeblich geprägt", sagt sie. "Sie hat jede verrückte Idee mit mir umgesetzt und ist mir zur guten Freundin geworden."

Der stellvertretende Landrat Martin Oberle (FW) heißt Verena Lorz mit einem Aischgründer Tee und einem Glas Honig "zum Heben der Gesundheit" in Höchstadt willkommen. Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (FW) stellt viele Gemeinsamkeiten fest zwischen Lorz und sich selbst, hat er doch auch eine Zeitlang in Steppach gelebt. Ein Buch über den Ebrachgrund ist sein Präsent.

Rektor Michael Ulbrich überreicht ein "Starterpaket" an Lorz und Ute Salzner vom Kirchenvorstand punktet mit "Seelennahrung" in Form von Bonbons, Brotbox,Trinkflasche und Gutschein.