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Herzogenaurach
Gründung

Verein für neue Orgel in Herzogenaurach gegründet

Bürgermeister, Kantor und Pfarrer - alle kamen in der evangelisch-lutherischen Kirche zusammen, um sich von nun an für eine neue Orgel einzusetzen.
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Die bisherige Steinmeyer-Orgel aus dem Jahr 1976 ist nicht defekt, sondern kann noch gut an eine Gemeinde verkauft werden, in der die Platzverhältnisse besser passen.  Fotos: Richard Sänger
Die bisherige Steinmeyer-Orgel aus dem Jahr 1976 ist nicht defekt, sondern kann noch gut an eine Gemeinde verkauft werden, in der die Platzverhältnisse besser passen. Fotos: Richard Sänger
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"Wir wollen mit viel Schwung ins erste Jahr des Vereinslebens starten und gleich möglichst viele Beteiligte mitnehmen", sagte Pfarrer Oliver Schürrle. Schließlich sei es etwas Besonderes, Gründungsmitglied des Orgelbauvereins zu sein. Im Rahmen der Gründungsversammlung in der evangelisch-lutherischen Kirche wurde die Gründung vorgenommen und die Vereinssatzung beschlossen. Der Jahresbeitrag liegt bei 30 Euro.

Die Wahl des Vorstandes unter Leitung vor Bürgermeister German Hacker (SPD) lief reibungslos ab. Zum Vorsitzenden wurde Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, und zur stellvertretenden Vorsitzenden Sandra Wüstner, Stadträtin und Mitglied des Kirchenvorstandes, gewählt.


31 Anwesende unterschreiben

Kantor Gerald Fink war es, der immer wieder für eine größere Orgel warb: "Wir haben hier in der Kirche eine wunderbare Steinmeyer-Orgel, allerdings ist es die Orgel aus dem alten Gotteshaus und für die neue Kirche ein bisschen zu klein und wenn wir schon eine Orgelstadt sind, wäre eine Orgel in passender Größe wünschenswert", so lauteten seine Worte.

Nun lud eine Initiativgruppe der Kirchengemeinde in das Gotteshaus ein und erreichte mit der Gründung eines Orgelbauvereins ihren ersten Meilenstein. "Sie haben heute die historisch einmalige Chance, ein Gründungsmitglied zu werden", warb Pfarrer Oliver Schürrle um eine Unterschrift auf den ausgelegten Listen. Alle 31 Anwesenden trugen sich ein. Pfarrerin Nina-Dorothee Mützlitz trug die vorbereitete Satzung vor, die einstimmig angenommen wurde. Der Verein soll Gelder für den Bau einer neuen Orgel für die Kirche beschaffen. Damit wird ein Herzenswunsch des Orgelvirtuosen und Komponisten Gerald Fink in Erfüllung gehen. "Liebe Freunde der Orgelmusik, heute ist ein besonderer Tag in einer wunderbaren Kirche mit einer wunderbaren Akustik", erklärte Fink.

Die im Jahr 1976 gebaute Steinmeyer-Orgel sei nicht schlecht und lasse sich hervorragend spielen, sie lasse sich auch für eine passende Kirche noch gut verkaufen, erklärte Fink. Wie Fink erläuterte, werde eine Orgel immer passend zur Kirche gebaut - die jetzige Orgel sei eben für die frühere und viel kleinere Kirche gebaut worden.
So musste nach dem Einbau im Chorraum der neuen Kirche das Gebläse verstärkt werden, damit die Orgel einen einigermaßen passenden Raumklang bekam. Allerdings fehlt aufgrund der Kirchengröße das Besondere einer Orgel - die verschiedenen Klangfarben. Eine Trompete oder ein Saxofon haben eine feste Form und Größe, das gebe es bei einer Orgel nicht, denn sie werde für jeden Raum individuell gebaut, erläuterte Gerald Fink.


"Königin" für Herzogenaurach

"Die Musik spielt in den Kirchen eine sehr große Rolle", unterstrich auch Pfarrer Schürrle das Vorhaben. "Mit der Beschaffung und dem Aufbau einer weiteren Pfeifenorgel bekommt Herzogenaurach - neben St. Magdalena und St. Otto - eine weitere Königin und ein tolles Instrument", sagte Fink.

Mit einer neuen Orgel erfülle sich nicht nur der Wunsch der Kirchengemeinde, sondern auch ein Wunsch des Architekten. Denn dann schließe sich endlich der Raum, da die Orgel nicht auf einer Empor stehe, sondern sichtbar im Chorraum der früheren Kirche. Bürgermeister German Hacker (SPD) und Kantor Gerald Fink verwiesen auf die Konzerte in den Herzogenauracher Kirchen, so auch an die Orgelzeit, die im kommenden Jahr unter dem Motto "Facetten einer Königin" stehen. Der Kantor könnte sich vorstellen, dass die neue Orgel erstmals zum 20. Jubiläum des Kirchenbaus im Jahr 2020 erklingen könnte. So soll die neue Orgel nicht nur die Gläubigen der Kirchengemeinde erfreuen, sondern die Menschen aller Glaubensrichtungen.