Thermoablation bietet eine narbenfreie, schonende Alternative zur OP bei Schilddrüsenknoten, so die Uniklinik Erlangen.
Gutartige Schilddrüsenknoten sind in Franken aufgrund eines historischen Jodmangels besonders häufig. Doch auch außerhalb der Region sind sie weit verbreitet: In Deutschland ist fast jeder vierte Erwachsene betroffen; bei den Über-60-Jährigen sind es sogar rund 75 Prozent.
Meist bleiben die Gewebeveränderungen des hormonbildenden Organs symptomlos und erfordern lediglich regelmäßige Kontrolltermine in der hausärztlichen Praxis. Treten jedoch Schluckbeschwerden und ein starkes Druckgefühl im Hals auf oder wird der Schilddrüsenknoten aus ästhetischen Gründen als störend empfunden, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein.
Für diese Fälle bietet die Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie des Uniklinikums Erlangen ab sofort eine neue Behandlungsmethode an: die Thermoablation. Bei diesem minimalinvasiven Verfahren wird das Knotengewebe durch eine gezielte Wärmebehandlung nachhaltig zerstört.
"Die Thermoablation erfolgt unter örtlicher Betäubung, schont das umliegende Gewebe und erhält so die normale Schilddrüsenfunktion. Außerdem bleiben keine sichtbaren Narben zurück", ordnet PD Dr. Matti Sievert, geschäftsführender Oberarzt der HNO-Klinik, die Methode ein. "Sie ergänzt unser bisheriges Behandlungsportfolio als schonende Alternative zum herkömmlichen chirurgischen Vorgehen. Oft lässt sich dadurch ein operativer Eingriff sogar vollständig vermeiden."
Die Thermoablation eignet sich insbesondere für Patientinnen und Patienten mit gutartigen, hormonell inaktiven Schilddrüsenknoten, die Beschwerden verursachen. Vereinzelt lassen sich auch sogenannte heiße Knoten damit behandeln, also Gewebeareale, die unabhängig vom Körperbedarf übermäßig Hormone produzieren. Der Eingriff dauert in der Regel 15 bis 45 Minuten, erfolgt in örtlicher Betäubung und unter Ultraschallkontrolle.
Über eine Hautpunktion am Hals bringt der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin eine feine Sonde in den Knoten ein und verödet ihn durch Hitze. Der Körper baut das behandelte Gewebe anschließend schrittweise ab, sodass sich der Schilddrüsenknoten verkleinert. Je nach Ausgangsbefund ist bereits nach einmaliger Behandlung innerhalb von wenigen Monaten eine deutliche Volumenreduktion des Knotens um 70 bis 90 Prozent sowie eine spürbare Verbesserung der Symptome zu erwarten.
Umfassende Beratung
Voraussetzung ist eine sorgfältige Diagnostik mit Ultraschall, gegebenenfalls ergänzt durch Feinnadelpunktion und nuklearmedizinische Abklärung. Ob eine Behandlung mittels Thermoablation im Einzelfall sinnvoll ist, kann in der wöchentlichen Sprechstunde der HNO-Klinik für Schilddrüsenerkrankungen abgeklärt werden.
Diese findet donnerstags zwischen 9.00 und 15.30 Uhr in der Hochschulambulanz, Waldstraße 1 in Erlangen, statt. Termine können telefonisch unter 09131 85-33339 vereinbart werden.
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