Die Hemhofener Mehrzweckhalle reicht für den Freizeitsport nicht aus. Damit endete in der vergangenen Gemeinderatssitzung die Debatte darüber, wie die Schule energetisch auf heutigen Stand gebracht werden kann. Ein Punkt der umfangreichen Pläne von Architekt Christoph Volkmar war dabei der Abriss der ältesten Bauteile im Osten des Baukomplexes einschließlich der alten Turnhalle.

Eine Sanierung der alten Turnhalle, so der Architekt nun in der Juli-Sitzung, würde rund 450 000 Euro kosten. Als Alternative dazu stellte Volkmar einen Multifunktionsraum vor, das bisherige Schulfoyer. Ohne Treppe soll der Raum erhalten bleiben, auch wenn der Schul-eingang nach Westen verlegt wird. Da das Treppenhaus entfernt wird, sollte er als eine Art Schulaula dienen.

Volkmar schlug nun vor, den Raum etwas größer als im ersten Plan zu erhalten und einen Boden zu verlegen, der für Gymnastik und ähnliche Sportarten geeignet sei. Der Raum wäre dann rund 150 Quadratmeter groß und erhielte einen kleinen Geräteraum, eine Umkleide und eine Toilette. Man geht davon aus, dass der Umbau des alten Foyers zu einem Multifunktionsraum auf rund 100 000 Euro kommt. Bisher war man für diesen Bauteil von Kosten in Höhe von 70 000 Euro ausgegangen. Gerhard Wagner (SPD) nannte die neue Idee "eine Notlösung, nachdem der Aufschrei wegen Abriss der alten Turnhalle groß war".

Der zweite Auftrag für Volkmar war ein Kostenvergleich zwischen Abriss und Sanierung der alten Turnhalle. Danach steht den Sanierungskosten inklusive größerer Heizung von 450 000 Euro die Ersparnis der Abrisskosten von 80 000 Euro gegenüber. Gleichzeitig steigen aber die laufenden Betriebskosten von 108 000 Euro auf etwa 120 000 Euro; heute liegen sie bei knapp 180 000 Euro. Als Gewinn ordnete Volkmar auch den Grundstückswert von etwa 560 000 Euro ein; die Gemeinde gewänne nach dem Abriss ein Areal, auf dem ein barrierefreies Rathaus errichtet werden könne.

Diese Darstellung bezeichnete Lutz Bräutigam (Grüne) als "ein bisschen schönrechnen". Der Multifunktionsraum sei nun aus dem Ärmel geschüttelt worden; man nehme sich nicht genug Zeit für eine Gesamtplanung. Schützenhilfe bekam Bräutigam von Adam Hasenberger (CSU), einem Bankfachmann. Nach dessen überschlägiger Rechnung dauert es 25 Jahre, bis die Investitionskosten von 2,4 Millionen Euro durch die jährliche Betriebskostenersparnis wieder in die Gemeindekasse zurückgeflossen sind.

Zeitversetzte Bauarbeiten

Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) wies daraufhin, dass die Zeit wegen des Zuschussantrags an die Regierung dränge . Dieser betrifft nur die eigentlichen Schulräume und muss Ende Oktober eingereicht sein. Nur darüber wollte Monika Rosiwal-Meißner (Grüne) denn auch abstimmen. Nagel möchte aber alle Gewerke miteinander planen, ihre Umsetzung jedoch zeitlich deutlich auseinanderzeihen. 2016 sollte mit dem Mitteltrakt der heutigen Schule begonnen werden. 2018/19 erwartet er erst den Abriss der ältesten Schulgebäudeteile im Osten.
Nach einer längeren Debatte einigte man sich darauf, die weiteren Planungsarbeiten so durchzuführen, dass zuletzt die alte Turnhalle abgebrochen werden könne. Ob das wirklich geschehen soll, sollte erst später festgelegt werden. Die Feinplanung des Gesamtvorhabens soll Ende September in einer Sondersitzung beraten werden.