Zu einem heftigen verbalen Schlagabtausch kam es am Mittwochabend in der Gemeinderatssitzung in der Adelsdorfer Aischgrundhalle. Die Gegner: Günter Münch, Fraktionssprecher der Freien Wähler, und Uwe Pöschl, Fraktionsvorsitzender der CSU+Bürgerblock/Junge Bürger.

Münch stellte einen Antrag, in dem es um die medizinische Versorgung in der Gemeinde, im speziellen um die Schaffung eines Ärztehauses mit Fachärzten ging. Pöschl konterte mit einem zweiten Antrag, welcher ein Ärztehaus in Kombination mit einer Apotheke und Therapeuten beinhaltete. "Uns geht der Antrag der Freien Wähler nicht weit genug", so Pöschl. Münch hielt ihm daraufhin vor: "Der Antrag ist für mich zu 95 Prozent abgeschrieben, das ist für mich ein abgekupferter Antrag."

Pöschl unterstrich im Gegenzug, dass das Hauptaugenmerk der CSU auf Gesundheit, Versorgung und Pflege liegen würde, was dem demografischen Wandel geschuldet wäre, geht es ihm doch auch um Tagespflege von Senioren. "Ich sehe unseren Antrag als Ergänzungsantrag zu dem der FW. Uns geht es darum, die Senioren nicht zu vergessen."

Jörg Bubel (SPD) erklärte dann bezüglich Münch, "peinlich wäre mir an seiner Stelle, wie sich die FW als Erfinder des Ärztehauses darstellen. Es ist nicht die Idee der FW, da schon im Mai 2019 von einem Ärztehaus beim Rathaus gesprochen wurde. Dann werden sie wohl noch behaupten, sie hätten Adelsdorf erfunden." Andreas Maier (CSU) versuchte mit einem "Es ist ganz egal, wer die Idee zuerst hatte, Fakt ist, dass wir beides brauchen" die Wogen zu glätten.

Auf eine Nachfrage Michael Auers (Grüne), ob man nicht zuerst bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) bezüglich einer möglichen Facharztansiedlung nachfragen müsste, erwiderte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), dass ein Gespräch mit der KV bereits stattgefunden hätte. "Man muss den Bedarf nachweisen", erklärte er, "wir sind eine der wachstumsstärksten Gemeinden." Letztendlich schlug Fischkal einen Beschluss auf Grundlage von beiden Anträgen vor, bei dem sich beide (FW und CSU) wiederfinden, sowie eine erneute Kontaktaufnahme zur KV, dem Ministerium sowie der Firma Planberg, "... mit dem Ziel, dass wir irgendwann ein Ärztehaus verwirklicht kriegen."

Dialog mit Hundehaltern

In selbiger Sitzung baten Sabina König und Michael Auer (Grüne) um eine Änderung der Hundehaltungsverordnung in zwei Punkten. Zum einen soll die Anleinpflicht für alle Hunde gelten, nicht nur für Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 cm. "Gerade die Wadenbeißer dürfen frei rumlaufen", so König. Zum anderen sollten Hundehalter dafür Sorge tragen, dass sich Hunde in Freilaufzonen auf den Wegen aufhalten und sich nicht in angrenzenden Wiesen und Äckern austoben und diese mit Hundekot verunreinigen.

Dem ersten Punkt konnte aus rechtlicher Sicht nicht entsprochen werden, ein entsprechender Beschluss den zweiten Punkt betreffend wurde gefasst. Zudem plant Fischkal für den 27. Oktober eine Veranstaltung, zu der Hundebesitzer eingeladen werden sollen, um "partnerschaftlich gemeinsam das Thema anzugehen".

Ihm schwebt vor, vielleicht auch eine Kuh dazu zu holen, "... um aufzuzeigen, dass so ein schönes Tier draufgeht durch Hundekot". Auch schwebt ihm ein Plakat vor, auf dem zum einen die Freilaufzonen eingezeichnet werden, zum anderen die Hundekotbehälter. Hundebesitzer erhielten so die Möglichkeit, aufzuzeigen, wo noch ein Manko an Behältern besteht.

Johannes Funke (FW) unterstützte Fischkal: "So eine Veranstaltung ist eine gute Idee, damit die Leute sensibilisiert werden". Michael Auer (Grüne) hingegen bezweifelt den Erfolg. "Die Leute, die wir erreichen wollen, erreichen wir nicht." Sabina König stellte die Frage nach Sanktionen in einem Verschmutzungsfall durch Hundekot, wenn der Hundehalter bekannt sei, woraufhin Fischkal erwidert, dass der Hundehalter angeschrieben würde. "Der erste Brief ist höflich, der zweite bestimmt und der dritte gnadenlos", womit er finanzielle Strafen im vierstelligen Bereich in Aussicht stellte.