"Schdäbbäschdäff Helau" - unter diesem Motto gab es am Freitag im Sterpersdorfer Feuerwehrhaus für rund 100 Zuschauer einen Abend mit höchstem Vergnügungsfaktor. Manch gewohnte Freitag-abendunterhaltung andernorts fiel der Live-Übertragung der Fastnachtsveranstaltung in Veitshöchheim zum Opfer - die Gäste im Feuerwehrhaus aus Lonnerstadt, Höchstadt, Weidendorf und natürlich Sterpersdorf selbst ließen sich davon nicht abhalten.
Die meisten waren fantasievoll kostümiert - man feierte schließlich miteinander und ging nicht lediglich eine Veranstaltung anschauen. "Veitshöchheim im Fernsehen wird wiederholt - oder man kann es aufzeichnen. Das hier ist einmalig und gibt es nur heute!" - die Meinung von Richard aus Weidendorf fasste die allgemeine Ansicht treffend zusammen.
Dabei machten die Jungen mit genau so wie die Älteren. Auch eine Garde fehlte nicht - die Mädels zeigten, was Rhythmus ist. "Wie Tiere essen" wurde vorgeführt von Jannik Buisker, Niklas Zenkel und Leon Schockel - Nachwuchsfeuerwehrler, die von Kuh bis Faultier lustig präsentierten, auf welch unterschiedliche Art man Salat zu sich nehmen kann. Der Vortrag "Der Chef" vom Vorsitzenden Franz Huschka, Schafkopfrennen, Babies, Banküberfall und manch anderes waren die Themen der Erwachsenen.
Mit gestandenem fränkischen Humor - nicht immer ganz druckreif, aber der fröhlichen Stimmung angemessen - wurde auf die Hörner genommen, was die Menschen so bewegt. Die meisten Themen befassten sich mit innerörtlichen Gegebenheiten, doch auch die Politik blieb nicht ganz außen vor. Einen Seitenhieb in Richtung des noch amtierenden Landrats Eberhard Irlinger (SPD) konnte sich Willi Dennerlöhr als "Froschbeauf-tragter" nicht verkneifen. Das Urheberrecht auf die Bezeichnung "Roter Kormoran" für den bekanntermaßen den heimischen Karpfen besonders liebenden Politiker beansprucht er nämlich für sich. Irlingers kürzlich in der Öffentlichkeit getätigte Aussage, Günther Beckstein habe diese Bezeichnung erfunden, wies er in witzigen Worten zurück.

Kein Blatt vor dem Mund

Political Correctness konnte man seinem Vortrag zwar nicht gerade entnehmen, aber es war ja auch kein Fernsehen dabei. Man war unter sich und dementsprechend durfte jeder seine Meinung so äußern, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Ihr Ziel, den Dorfbewohnern und anderen Gästen einfach einen Abend voll Spaß und Freude zu bereiten, hat die Sterpersdorfer Feuerwehr jedenfalls erreicht. Noch lange nach Beendigung der Vorführungen saßen alle beisammen und amüsierten sich prächtig.