Dem SC Oberreichenbach ist ein echter Transfercoup gelungen: Die Mannschaft von Trainer Alban Bllaca hat für die kommende Saison einen Stürmer aus der Landesliga verpflichtet, der in den vergangenen Jahren traf, wie er wollte. Marco Müller ist für den Kreisklassisten ein großer Wurf.

"Ich kenne Marco schon lange, er wohnt bei mir in der Nähe. Der Kontakt war immer da. Nachdem er in der vergangenen Saison aus familiären Gründen nicht so viel trainieren konnte, war es eben nicht möglich, dem Fußball so nachzugehen wie gewünscht", sagt SCO-Trainer Alban Bllaca. "In der Landesliga ist es natürlich ein ganz anderer Aufwand. Aber ich habe einfach gefragt, ob er nicht weiter unten kicken will, wo der Aufwand vielleicht nicht so groß ist."


Gewisse Freiheiten

Dass es schließlich klappte, freut Bllaca und den Verein gleichermaßen: "Wir sind stolz, dass wir als Oberreichenbach einen Spieler wie ihn für die Kreisklasse gewinnen konnten", betont der Coach, der weiß: "Ein Marco Müller braucht natürlich gewisse Freiheiten, das war in den vergangenen Jahren immer so. Er ist kein Trainingsweltmeister, aber man muss ja nur auf seine Statistik schauen, die ist Wahnsinn. Wenn er immer trainiert hätte, dann hätte er auch höher spielen können."

Die Zahlen des 30-jährigen Angreifers sind in der Tat überzeugend. Seit der Saison 2007/08 wird er in der Datenbank unseres Partnerportals anpfiff.info geführt, in 303 Spielen gelangen ihm 259 Treffer. In der vergangenen Spielzeit lief Müller für die SpVgg Erlangen 24-mal in der Landesligs auf und knipste dabei zehnmal. Zuvor bewies er seine Treffsicherheit bei der DJK und dem BSC Erlangen.


Offensive, die ihresgleichen sucht

"Er wird einmal die Woche auf jeden Fall trainieren können. Vielleicht schafft er es auch zweimal, da müssen wir schauen, wie es bei ihm privat aussieht", sag Bllaca. Doch auch mit nur einer Einheit pro Woche wird Müller in der Kreisklasse eine Waffe sein. Und es ist ja auch nicht so, dass der Angreifer beim SCO auf sich alleine gestellt wäre. Mit Mustafa Oezsoy hat die Mannschaft bereits einen exzellenten Torjäger in ihren Reihen. Der 36-Jährige erzielte in dieser Saison in 29 Ligaspielen 21 Tore.

"Mit dem Musti haben wir schon einen richtig guten Angreifer. Dazu kommt Burak Önen, der zuletzt leider verletzt war. Mit dem Marco dazu haben wir schon eine Offensive, die in der Kreisklasse ihresgleichen sucht", weiß der Trainer, der noch einmal erklärt: "Für viele kam der Transfer vielleicht überraschend, für mich nicht. Marco wollte kürzer treten, das war bekannt. Vielleicht waren wir einfach der erste Verein, der angefragt hat. Und die Freundschaft zu Marco,die ich gepflegt habe, hat vielleicht auch den Ausschlage gegeben. Zudem kennt er in der Mannschaft schon ein paar Spieler."

Für die kommende Saison haben die Oberreichenbacher nun eine sehr starke Mannschaft zusammen. "Anheben können wir die Ziele mit Sicherheit", weiß auch der Übungsleiter. "Bei einem Team mit so einer Qualität brauch' ich nicht tief stapeln. Es wird in der Kreisklasse eine gute Rolle spielen. Wenn alle verletzungsfrei bleiben und wir anständig trainieren, dann haben wir vielleicht sogar die Chance, ganz oben mitzuspielen."


Drei weitere Neuzugänge

Und Müller ist nicht der einzige Neuzugang, der für die kommende Saison bereits feststeht. Von Ligakonkurrent Jugoslavija Erlangen kommt Osman Rastodar. Der 20-Jährige hat eine starke Saison gespielt, traf in 21 Begegnungen neunmal. Dazu kommt Keeper Fisnik Deda, der zuletzt für den ATSV Erlangen auflief.

Der vierte Neue im Bunde ist Basti Müller, der Bruder von Stephan Müller, der breits für Oberreichenbach spielt. Er hatte zuletzt einen Kreuzbandriss, kann in der Vorbereitung aber wohl voll einsteigen. "Wenn du dir den Kader für kommende Saison anschaust, dann ist das schon eine sehr hohe Qualität", freut sich Bllaca.