Martin Ekrt ist nicht mehr Trainer des Eishockey-Oberligisten Höchstadter EC. Das gaben die Vereinsverantwortlichen bekannt. Der Grund: "Seit sechs Wochen befinden wir uns in einer Spirale aus Stillstand und Unzufriedenheit: Wir spielen nicht schlecht, verlieren aber trotzdem", sagt Jörg Schobert, Sportvorstand der Höchstadt Alligators. "Diese Spirale sorgt für schlechte Stimmung, die nicht nur auf das Team drückt, sondern auch auf die Zuschauer, und da kommt man nur schwer wieder heraus."

Deswegen haben die Vereinsverantwortlichen alle möglichen Szenarien durchgesprochen, um diesem Stillstand zu entkommen. Bis das Präsidium entschied, dass es mit Martin Ekrt nicht mehr weitergehen kann. Leicht war diese Entscheidung nicht. "Das Saisonziel haben wir zwar erreicht, aber das war schon vor der Hälfte der Saison. Danach hatten wir den Eindruck, dass sich nichts mehr bewegt", sagt Schobert. Nicht allein die zwölf Niederlagen aus den vergangenen 14 Spielen waren entscheidend, sondern auch, dass die Zuschauerzahlen zurückgingen.

"Martin Ekrt war schon enttäuscht, er wollte hier mehr erreichen. Auch wir haben uns das anders vorgestellt und dachten, es wird etwas längerfristiges mit ihm", sagt Schobert.

Daniel Sikorski übernimmt

In der restlichen Saison wird HEC-Rekordspieler Daniel Sikorski die Alligators coachen. Weil Co-Trainer Ronny Glaser aus beruflichen Gründen kürzer treten muss, übernimmt interimsweise der hauptamtliche Nachwuchstrainer Petr Kasik diesen Posten. "Das ist jetzt erstmal die Lösung bis zum Ende der Saison, weiter in die Zukunft schauen wir noch nicht", sagt Schobert.

Sikorski ist mit dem Team bestens vertraut und stand bereits in den vergangenen Wochen häufig mit an der Bande der Alligators, Kasik war bereits unter Martin Ekrts Vorgänger Daniel Jun Co-Trainer der ersten Mannschaft. Sikorski wurde im November 2018 nach eineinhalb Jahren reaktiviert, als viele Verteidiger ausfielen. Oft kam er in der Folge nicht zum Einsatz, hielt sich aber mit dem Team fit.

Am Freitag wird er das erste Mal als Trainer auf der Bank stehen. Dann kommt der Tabellenführer in den Aischgrund, die Eisbären Regensburg (20 Uhr). Aber die entscheidende Partie steigt am Sonntag, wenn der HEC beim direkten Konkurrenten und Verfolger EV Lindau um Platz 8 kämpft. Nur dieser achte Platz berechtigt an der Teilnahme an den Play-offs.

Kommentar von Jann Weckel - Problemlösung oder Panik?

Zwölf Niederlagen in den vergangenen 14 Spielen. Es gibt kaum einen Verein, bei dem bei so einer Bilanz nicht die Trainerfrage gestellt wird. Trotzdem hinterlässt die Trennung von Martin Ekrt einige Fragen: Hieß das Saisonziel Klassenerhalt oder Play-offs? War die Verletzungsmisere nicht ein erheblicher Grund für die vielen Niederlagen? Und waren die Auftritte der Alligators nicht meist ansehnlich, aber eben unglücklich? Dass es in der Oberliga nach dem Aufstieg nicht mit einem Sieg nach dem anderen weitergehen kann, und die Zuschauer lieber ins kalte Stadion gehen, wenn Siege zu erwarten sind, sollte klar sein. Trotzdem haben sich die Verantwortlichen gegen Ekrt und für einen neuen Impuls entschieden. Dass das mehr war, als eine Panikreaktion vor dem Duell mit dem Verfolger aus Lindau am Wochenende, muss jetzt die Mannschaft beweisen.