Ein Wechsel in der Leitung der Volksschule, einer reinen Grundschule, findet in Pommersfelden statt: Schulleiterin Cordula Atzhorn verlässt nach fünf Jahren die Schule, um als Rektorin in Frensdorf anzutreten. Ihr Nachfolger ist Claudio Pütz. Der Ort an sich ist für den Pädagogen aus Bamberg durchaus kein Neuland: Er hat in der evangelischen Schlosskirche Pommersfelden mit seiner Frau Katja den Bund fürs Leben geschlossen.

Noch bevor sie sich von Pommersfelden verabschiedete, konnte Schulleiterin Cordula Atzhorn "der Schule und mir selbst" ein großartiges Geschenk machen: eine Boulderwand, die im Pausenhof der Schule aufgestellt werden soll. "Wir wollen hoch hinaus", sagte Atzhorn bei der Feier. Der gaben Bürgermeister Hans Beck, Höchstadts Dritte Bürgermeisterin Irene Häusler (für die Grundschüler aus Zentbechhofen, Jungenhofen, Greuth und Förtschwind) sowie die Pfarrer Andreas Steinbauer und Wolfgang Eßel den offiziellen Rahmen.

Die Kletterwand war ein lang gehegter Wunsch und das Resultat einer Befragung, wie sich die Schüler ihren Pausenhof vorstellen. Für die scheidende Schulleiterin ist die Wand auch Sinnbild für den Aufbruch zu etwas Neuem. Denn die Schule sei "in ein neues Zeitalter aufgebrochen". "Alles ist im Umbruch, und wir fließen mit!" Bouldern sei genau das Richtige, wenn man sich zutraue, ohne Seil zu klettern. "Da muss man sich selbst vertrauen können", so Atzhorn.

Rund 10 000 Euro mussten für die Kletterwand aufgebracht werden. Einen Großteil der Mittel hatten Schüler, Lehrer und Elternbeirat bei verschiedenen Aktionen "erarbeitet". Des weiteren hatten die Familien Ballreich, Fischer und Frank sowie der Verein Pusteblume, nach Atzhorns Worten allesamt "sehr schulnah", zur Finanzierung beigetragen.

"Vier Meter lang und zwei Meter hoch wird die fertige Boulderwand", erklärte Ivonne Wenzel, Zweite Vorsitzende des Elternbeirats. Was jetzt aufgebaut wurde, ist nur ein kleiner Teil des Ganzen. Die Wand werde ein Dach bekommen und im Herbst im Pausenhof "frei stehend" installiert. "Weil wir so viele tolle Spender gefunden haben", freut sich Ivonne Wenzel. Denn ursprünglich sollte die Wand an ein Gebäude montiert werden. Künftig frei stehend, könne sie von beiden Seiten erklommen werden.

In der Zeit von Atzhorns Leitung wurde die Pommersfeldener Schule generalsaniert. "Da fallen natürlich auch Späne, aber das Resultat ist toll", zog die Schulleiterin Bilanz. "Wie für mich gemacht", scherzte "der Neue", Claudio Pütz. Der 43-Jährige hat drei Söhne und ist in Bamberg zu Hause. Er ist staatlicher Grundschullehrer mit Montessori-Zusatzausbildung, kommt von der Gangolf-Schule und hat sechs Jahre lang die Montessori-Schule geleitet.

Er habe einen beruflichen Wechsel angestrebt, sagt Pütz. Nicht nur mit dem Ort Pommersfelden, auch mit der Musik verbindet Pütz einiges: konzertantes Schlagwerk ist "sein Ding". Damit hätte er sich gerne mal beim Collegium Musicum versucht. Nun, vielleicht wird ja Jenö Nyári, Gesamtleiter der Musikakademie auf Schloss Weißenstein, der selbst gerne die Trommel rührt, auf den musikalischen Schulleiter aufmerksam. Pütz kann auch eine musikalische Zusatzausbildung zum "Magister der Musik- und Bewegungspädagogik" vom Orff-Institut in Salzburg nachweisen.

Auch seine Ehefrau Katja ist im Schuldienst und an der städtischen Musikschule Bamberg tätig. Sie ist überhaupt der Grund, weshalb der aus Mittelfranken stammende Schulleiter den Weg nach Oberfranken gefunden hat. Seine erste Schule stand übrigens in Pleinfeld/Mittelfranken, eine weitere Station des Pädagogen war Baunach.