Wetterexperte Stefan Ochs prophezeit für die nächsten Tage schlechte Luft in Franken. Schuld ist die Inversionswetterlage. Besserung lässt auf sich warten.
In höheren Luftschichten hat am Mittwoch ein Italientief warme Mittelmeerluft nach Norden geführt. Diese machte sich einerseits durch dünne mittelhohe und hohe Wolkenfelder bemerkbar, andererseits aber auch durch eine zunehmende Diesigkeit. In der bodennahen Kaltluftschicht sammelten sich nämlich die Luftschadstoffe an, so Stefan "Wetterochs" Ochs. Diese ruhige Inversionswetterlage wird bis Samstag anhalten. Erst am Sonntag verbessert sich die Luftqualität wieder, weil uns ein atlantischen Tiefausläufer erreicht.
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Von Donnerstag bis Samstag ist es häufig stark bewölkt bis bedeckt. Es kann einzelne Zwischenauflockerungen mit etwas Sonnenschein geben. Am Samstag fällt gelegentlich etwas Schnee oder Schneeregen. Ansonsten bleibt es niederschlagsfrei. Am Tag um +2, in der Nacht um -2 Grad. Der schwache Wind weht aus wechselnden Richtungen.
Tiefausläufer am Sonntag bringt Schnee
Am Sonntag überquert uns am Nachmittag und am Abend ein Tiefausläufer mit seinem Niederschlagsgebiet. Die Schneefallgrenze liegt bei 300 m. Die Temperaturen schwanken im Regnitztal um +2 Grad. Der Südwestwind frischt leicht auf (mäßige Böen Beaufort 4).
So wenig, wie die tiefstehende Sonne Verkehrsunfälle verursacht, so wenig begründet die Inversionswetterlage die schlechte Luft.
Im ersten Fall ist den Sichtverhältnissen nicht angepaßte Fahrweise bzw. -geschwindigkeit und damit der Fahrzeugführer verantwortlich. Im zweiten stoßen Schadstoffquellen verschiedenster Art die problematischen Substanzen aus. Der Autoverkehr spielt eine besonders wichtige Rolle.
Somit wäre eine zukunftsfähige Verkehrspolitik, die den Umweltverbund, die intelligente Vernetzung von Gehen, Radfahren, Bahn und Bus, zum Rückgrat der Mobilität macht, die Lösung der Wahl. Es käme auch dem Vorsorgegedanken nahe, die Belastung weitmöglich zu minimieren, statt wie das Kaninchen auf die Schlange nur auf Grenzwerte zu starren.
Selbstverständlich wäre eine verkehrsvermeidende Siedlungspolitik hilfreich. Doch obwohl die Fakten seit Jahrzehnten bekannt sind, handeln unsere Politiker und viele in der Wirtschaft Verantwortliche nach wie vor kurzsichtig an den langfristigen Erfordernissen vorbei.