Druckartikel: Schaeffler verzeichnet Umsatzrückgang - doch eine Sparte punktet

Schaeffler verzeichnet Umsatzrückgang - doch eine Sparte punktet


Autor: Ralf Welz

Herzogenaurach, Dienstag, 05. Mai 2026

Schaeffler verzeichnet im ersten Quartal 2026 einen leichten Umsatzrückgang. In einem Geschäftsbereich konnte der fränkische Traditionsbetrieb jedoch zulegen.
Firmensitz der Schaeffler AG in Herzogenaurach.


Die Schaeffler AG hat am Dienstag (5. Mai 2026) ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Demnach verzeichnete der Konzern aus Herzogenaurach in den ersten drei Monaten des Jahres einen Umsatzrückgang: Die Erlöse sanken von 5924 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 5764 Millionen Euro - ein Minus von 2,7 Prozent. In drei der vier Unternehmenssparten fielen die Nominalumsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum geringer aus.

Die Sparte Powertrain & Chassis verzeichnete einen Rückgang von 6,0 Prozent. Im Bereich Bearings & Industrial Solutions verringerten sich die Umsätze um 3,2 Prozent. In der Sparte Vehicle Lifetime Solutions sanken die Erlöse um 1,5 Prozent. Einen Lichtblick gibt es immerhin: Im Bereich Elektromobilität gab es ein Wachstum für den fränkischen Automobil- und Industriezulieferer.

Schaeffler-Umsätze im ersten Quartal gesunken - nur Sparte E-Mobilität mit Wachstum

Die Sparte E-Mobility legte um 3,7 Prozent zu - währungsbereinigt sogar um 6 Prozent. Es sei zu beobachten, dass infolge der starken Ölpreisanstiege mehr Menschen an den Umstieg auf E-Mobilität denken, sagte Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Es gibt erste Zeichen für ein Umdenken, auch in einem großen Markt wie Amerika."

Insgesamt ergab sich währungsbereinigt aufgrund des starken Euros immerhin ein Wachstum von 1,0 Prozent. Das Umsatzwachstum wurde regional hauptsächlich von asiatischen Märkten außerhalb Chinas getragen. In China selbst verzeichnete das Unternehmen im ersten Quartal 2026 einen leichten Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 270 Millionen Euro. Der Nettogewinn sank auf 60 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch 83 Millionen Euro erzielt worden waren.

"Grund zum Jubeln ist das nicht", erklärte Rosenfeld der dpa. Der Vorstandschef sieht sich jedoch in seinem Kurs bestätigt. "Die Sparmaßnahmen der letzten Monate zahlen sich aus. Unsere großen Werke haben alle Maßnahmen getroffen, um Kosten zu optimieren." Die infolge des Iran-Krieges gestiegenen Energiekosten seien für 2026 bereits abgepuffert. "Wir müssen sehen, was 2027 passiert", so der CEO. 

Neue Wachstumsfelder: Schaeffler setzt auf humanoide Roboter und Verteidigung

In ihrer Pressemitteilung zeigt sich die Geschäftsführung alles in allem zufrieden. "Die Schaeffler Gruppe ist trotz eines weiterhin schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfelds gut in das Jahr 2026 gestartet", wird Rosenfeld in der Firmenmitteilung zitiert. Ziel sei es weiterhin, "die führende Motion Technology Company" zu werden. Dabei stütze man sich auf eine diversifizierte Struktur mit vier produktorientierten Sparten und eine weltweite Präsenz über vier Regionen hinweg.

Schaeffler erschließt zugleich neue Wachstumsfelder wie humanoide Roboter und Verteidigung. "Als integrierter Technologiekonzern stärken wir damit unsere Widerstandsfähigkeit und setzen zugleich auf Flexibilität. Am Ausblick für das Jahr 2026 halten wir fest", so Rosenfeld. 

Im Bereich Robotik hatten die Franken ihr Netzwerk zuletzt weiter ausgebaut und zwei neue Partnerschaften geschlossen. Die neuen Geschäfte liefen gut an, berichtete Rosenfeld der dpa. Es gebe bei Robotern bereits 30 Prototypen und fünf konkrete Kundenkontakte. Bis 2030 erwartet der Vorstandsvorsitzende Aufträge im Wert eines dreistelligen Millionenbetrags.

(mit dpa-Material)

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen