Schaeffler baut Kampfdrohnen: Fränkischer Zulieferer erklärt Ziel
Autor: Alexander Milesevic
Herzogenaurach, Freitag, 19. Juni 2026
Schaeffler weitet seine Aktivitäten in der Rüstungsindustrie aus. Gemeinsam mit einem Partner plant der fränkische Zulieferer, militärische Drohnen zu produzieren.
Schaeffler und der französische Drohnenhersteller Delair wollen bei der Produktion militärischer Drohnen zusammenarbeiten. Beide Unternehmen hätten eine strategische Partnerschaft vereinbart, teilte Schaeffler am Freitag (19. Juni 2026) mit. Geplant ist demnach eine neue Fertigungslinie in Frankreich, die bereits ab November täglich 100 Kampf- und Abfangdrohnen liefern soll.
Den Angaben zufolge sollen dort zunächst Drohnen des Typs Damoclès hergestellt werden. Dieses Modell sei bereits von der französischen Beschaffungsbehörde DGA qualifiziert worden und werde im französischen Heer eingesetzt. Außerdem sei die Produktion der neu angekündigten Abfangdrohne Aspik geplant. Delair soll mit der Anlage wettbewerbsfähige Drohnen in großem Maßstab herstellen können, von Schaeffler sollen zukünftig die Komponenten dafür kommen. Zuvor hatte der Konzern aus Herzogenaurach angekündigt, sein Fahrzeuggeschäft neu ausrichten zu wollen.
Schaeffler schließt Drohen-Deal ab - "Stärkung der europäischen Rüstungsindustrie" als Ziel
"Für den Drohnen-Sektor ist Schaefflers bewährte Industrialisierungskompetenz von großer Bedeutung", erklärte Rémy Triouleyre, Regional CEO Europa bei Schaeffler. "Die Stärkung von Delairs Wachstum durch Serienmontage, Skalierung der Produktion und Komponentenzulieferung bietet aus unserer Sicht ein erhebliches Potenzial und trägt zugleich zur Weiterentwicklung belastbarer Kapazitäten im europäischen Verteidigungssektor bei."
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Wie das Unternehmen aus Herzogenaurach (Kreis Erlangen-Höchstadt) betonte, seien die Stärkung der europäischen Rüstungsindustrie und die beschleunigte Verfügbarkeit von Drohnen ein gemeinsames Ziel der Konzerne. Der Traditionsbetrieb sieht im Rüstungsgeschäft ein Marktpotenzial in Milliardenhöhe.
Schaeffler gehört zu den zehn größten Autozulieferern der Welt. Doch die traditionellen Geschäftsbereiche stehen zunehmend unter Druck: Mit Bauteilen für klassische Antriebe ist nach Unternehmensangaben derzeit kaum noch Wachstum zu erzielen. Deshalb orientiert sich Schaeffler mittlerweile neu und nimmt verstärkt Zukunftsmärkte in den Blick - darunter Komponenten für humanoide Roboter sowie in der Raumfahrt und der Rüstungsindustrie.