"Ideal positioniert": Fränkischer Autozulieferer steigt in Raumfahrt-Sektor ein

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Schaeffler steigt in Raumfahrt-Sektor ein - "ideal positioniert"
Schaeffler und Spire Global kooperieren beim Aufbau einer eigenständigen europäischen Raumfahrtinfrastruktur
Schaeffler steigt in Raumfahrt-Sektor ein - "ideal positioniert"
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Schaeffler steigt in Raumfahrt-Sektor ein - "ideal positioniert"
Schaeffler beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 110.000 Mitarbeitende an mehr als 250 Standorten in 55 Ländern.
Schaeffler beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 110.000 Mitarbeitende an mehr als 250 Standorten in 55 Ländern.
Ferdinand Merzbach / News5 (Archivbild)
Schaeffler steigt in Raumfahrt-Sektor ein - "ideal positioniert"
Schaeffler ist auf Technologien und Produkte für verschiedene Bereiche der Antriebs- und Bewegungstechnik spezialisiert.
Schaeffler ist auf Technologien und Produkte für verschiedene Bereiche der Antriebs- und Bewegungstechnik spezialisiert.
Schaeffler

Schaeffler steigt in die Raumfahrttechnologie ein. Das fränkische Traditionsunternehmen sieht sich für sein neues Betätigungsfeld bestens gerüstet.

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler greift nach den Sternen: Der Konzern aus Herzogenaurach und die US-Firma Spire Global kooperieren beim Aufbau einer eigenständigen europäischen Raumfahrtinfrastruktur. Für die Zusammenarbeit wurde eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Nach Angaben der beiden Unternehmen soll die Partnerschaft auf die Entwicklung von Subsystemen für Raumfahrthardware, Satellitenplattformen sowie Hochfrequenz- und Umweltsensorik ausgerichtet sein.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, wollen beide Seiten ihre jeweiligen Kompetenzen bündeln. Schaeffler bringt demnach Know-how in Präzisionstechnik und Fertigung ein, Spire seine Erfahrung bei Satellitenplattformen sowie in der Luft- und Raumfahrt. Für den Schritt in sein neues Betätigungsfeld sieht sich das fränkische Traditionsunternehmen gut vorbereitet.

Herzogenaurach: Schaeffler und Spire vereinbaren Zusammenarbeit für Raumfahrttechnik

Nach den Angaben der Unternehmen ist vorgesehen, bis zum Ende des Jahrzehnts ein eigenständiges europäisches Geschäftsfeld für Hardware und Missionen im Raumfahrtsektor aufzubauen. Genannt werden dabei Anwendungen in den Bereichen Verteidigung, Wetter, zivile Sicherheit und kritische Infrastruktur.

Die Zusammenarbeit soll sich zunächst auf die Absicherung und Skalierung von Lieferketten für kritische Satelliten-Subsysteme konzentrieren. Parallel dazu wollen Schaeffler und Spire prüfen, wie Satellitenbusse für eigene Konstellationsprogramme industrialisiert werden können. Vorgesehen ist, dass Schaeffler vor allem die Skalierung der Präzisionsfertigung übernimmt, während Spire Plattformarchitektur, Bordsoftware und operatives Know-how beisteuert.

Im ersten Quartal 2026 verzeichnete die Schaeffler AG derweil einen leichten Umsatzrückgang. Lediglich in einem Geschäftsfeld konnte der Zulieferer punkten.

Raumfahrt und Verteidigung als Wachstumsfelder für fränkisches Traditionsunternehmen

Schaeffler hat Raumfahrt und Verteidigung im Rahmen seiner Unternehmensstrategie "Strategic Ambition 2035" als Wachstumsfelder benannt. Das Unternehmen verweist dabei auf seine langjährige Erfahrung in der Automobil- und Industrieproduktion sowie auf bestehende Beziehungen zu europäischen Rüstungskunden und staatlichen Auftraggebern.

Das fränkische Traditionsunternehmen sieht im Rüstungsgeschäft ein Milliardenpotenzial. Um sich unabhängiger vom Automobilsektor zu machen, baut die Schaeffler AG außerdem ihr Netzwerk im Bereich humanoide Robotik weiter aus. Zuletzt wurden in dieser Sparte zwei neue Partnerschaften geschlossen.

Spire teilte mit, seit 2013 mehr als 240 Satelliten im Rahmen von über 40 Raketenstarts entwickelt, gebaut und ins All gebracht zu haben. Nach Unternehmensangaben verfügt Spire derzeit über Fertigungskapazitäten von 300 bis 400 Satelliten pro Jahr in den USA und Europa.

US-Unternehmen Spire plant Produktionsausbau in Deutschland

Die Kooperation soll nach Angaben der Unternehmen den Einstieg Schaefflers in den Raumfahrtsektor beschleunigen und zugleich die Aktivitäten von Spire in Deutschland stärken. Spire hatte im Mai 2025 eine Produktionsstätte für Satelliten in München eröffnet. Durch die Zusammenarbeit mit Schaeffler soll diese europäische Produktionspräsenz weiter ausgebaut werden. Zudem verspricht sich Spire nach eigenen Angaben einen besseren Zugang zu nationalen Rüstungskunden und staatlichen Auftraggebern in Europa.

"Mit Schaeffler verbindet uns eine langfristige Vision für eine eigenständige europäische Raumfahrtindustrie, die in Europa selbst entwickelt, aufgebaut und betrieben wird", wird Spire-CEO Theresa Condor in der Mitteilung der beiden Unternehmen zitiert. Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld verweist darin auf die Chancen für den Konzern aus Herzogenaurach. "Als Motion Technology Company ist Schaeffler ideal positioniert, um in den New-Space-Bereich einzusteigen", so der Vorstandsvorsitzende.

"Dank unserer industriellen Kompetenzen kann Schaeffler mit Spire als Partner für Raumfahrt-Know-how und als Mission-Enabler einen vergleichbaren Kurs auf dem europäischen Markt einschlagen." 

Schaeffler beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 110.000 Mitarbeitende an mehr als 250 Standorten in 55 Ländern. Das Unternehmen ist auf Technologien und Produkte für verschiedene Bereiche der Antriebs- und Bewegungstechnik spezialisiert. Spire Global ist ein Anbieter von satellitengestützten Daten- und Analysediensten. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben eine eigene Satellitenkonstellation und liefert unter anderem Daten zu Wetter, Schiffs- und Flugbewegungen sowie zur Erkennung von Störungen von Funk- und Navigationssignalen.

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