Manchmal müssen Autofahrer schon Geduld mitbringen, wenn sie über die B 470 aus Richtung Forchheim kommen und an der Autobahnausfahrt Höchstadt-Ost nach links in das Gewerbegebiet Gremsdorf abbiegen möchten. Die Rotphase scheint nicht enden zu wollen.

Da fallen dann besonders Ungeduldige in der wartenden Schlange auf, die aus ihrem Wagen steigen und einer älteren Dame am Steuer in der Pole-Position mehr oder weniger deutlich klar machen, dass sie gefälligst bis zur Haltelinie vorfahren muss, weil sonst alle noch ewig warten können.

So unrecht hat dabei der ungeduldige Autofahrer gar nicht, räumt Ulrich Lang ein, der für den Landkreis Erlangen-Höchstadt zuständige Abteilungsleiter beim Straßenbauamt in Nürnberg.

Wie bei vielen anderen Ampelanlagen sind auch an der Autobahnausfahrt Höchstadt-Ost so genannte Induktionsschleifen in der Fahrbahn verlegt.
Der Draht der Schleife löst erst dann aus, wenn er darüber einen metallischen Gegenstand, wie beispielsweise ein Auto, erkennt.

Bis zur Haltelinie vorfahren
Fährt ein Autofahrer nicht bis zur Haltelinie vor, erkennt die Induktionsschleife den Wagen nicht und löst auch nicht aus, weiß Straßenbauexperte Ulrich Lang. Dann kann es dauern. Er empfiehlt deshalb, den Raum bis zur Haltelinie auch zu nutzen.

Die Ampelregelung an der Ausfahrt Höchstadt-Ost ist eine komplexere Geschichte, die über Induktionsschleifen vom Verkehrsaufkommen abhängig gesteuert wird. Dabei gelten bestimmte Prioritäten. Ganz oben steht laut Ulrich Lang, dass der Verkehr auf der Kreuzung so geregelt werden muss, dass es keinen Rückstau auf die Autobahn gibt. Eine Stufe tiefer steht die Vermeidung von Staus auf der B 470. Dann kommen auch noch die Fußgänger ins Spiel und zwischendrin dürfen die Linksabbieger fahren.

Die Ampelanlage an der A3-Ausfahrt ist aber auch noch mit den Ampeln wenige Meter weiter an der Einmündung der Schönwetterstraße gekoppelt. Im Zusammenspiel sollen beide Anlagen für einen reibungslosen Verkehrsfluss sorgen.

An der Schönwetterstraße kommt dabei ein hochmodernes System zum Einsatz, sagt Abteilungsleiter Lang. Neben Induktionsschleifen sind hier zusätzlich Kameras installiert. Sie stellen fest, wie lange die Schlangen an den roten Ampeln sind, was dann in die Berechnung der Grünphasen mit einfließt.
Wenn beispielsweise viele Autos aus der Schönwetterstraße kommen, reagiert darauf auch die Ampel an der Autobahnauffahrt.