Mit Musik aus New Orleans wurden die Besucher des Jazz-Band-Balls empfangen, der erneut ein Highlight in der Faschingszeit war. Im Eingangsfoyer der Heinrich-Lades-Halle spielte die Karin Sand New Orleans Brass Band, und wer Lust hatte, konnte ihren Klängen später auch noch im kleinen Saal folgen. Die Marching Band zog auch während einiger Umbauzeiten durch die Säle und begeisterte im kleinen Saal als drittletzter Programmpunkt die Zuhörer. Sie marschierte unter den Klängen von "O when the Saints" aus dem Saal.
Gut gemischt war das Programm des Abends, genauso wie das Publikum: Jazzliebhaber, die in "zivil" den musikalischen Beiträgen lauschten, aber auch bekennende Faschingsfans in den unterschiedlichsten Kostümen. Schlümpfe, Piraten, Blumenkinder und Cowboys, aber auch Atze Schröder, oder Prinz Charles und Queen Elisabeth bevölkerten die Halle.

Und wie jedes Jahr war Mann oder Frau vor die Wahl gestellt, was man hören wollte. Denn parallel wurden großer und kleiner Saal, aber auch das große Foyer bespielt. Wo Platz war, konnte auch getanzt werden, was allerdings nicht immer ganz einfach war. Am besten frequentiert wurden The dirty boogie Orchestra und Max Mutzke.
The dirty Boogie Orchestra, unter diesem Deckmantel versammelten sich die Rhythm-Kings, die Dirty Boogie Sisters, bestehend aus Margit Garbrecht und Petra Weismantel, sowie die Dirty Boogie Horns, eine reine Bläser-Formation. Was dabei herauskommt, das kann eigentlich nur Rockabilly, BigBand Sound, Rock 'n' Roll sowie Rhythm & Blues sein. Richtig fetzig erklang es im kleinen Saal, der im Handumdrehen voll war, obwohl sie dort als erste Band auftraten.

Max Mutzke als Stargast

Wer erinnert sich noch an Max Mutzke? Im Jahr 2004 gewann er einen Casting-Wettbewerb und vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest 2004 in Istanbul, wo er allerdings nur den achten Platz belegte. Das ist inzwischen schon zehn Jahre her. Dieses Engagement hat ihm aber nicht geschadet. Gemeinsam mit seiner Band monoPunk, mit der er auch 2013 ein Album veröffentlicht hat, zeichnete er für Jazz, Soul und Pop verantwortlich. Als sein "Ich sitze hier am Telefon" durch den großen Saal klang, standen schon die Zuhörer vor der Bühne, um seinen Stücken zu lauschen.
Seit mit Hilfe des Dokumentarfilms Buena Vista Social Club von Wim Wenders die Musik Kubas wieder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde, hat diese Richtung einen festen Stamm von Liebhabern. Yanet Hernandez Avila gründete im Sog dieser Entwicklung 2003 die Azucar Cubana Salsaband. Mit modern interpretiertem Son Cubana, heißer Salsa und lateinamerikanischen Rhythmen avancierte die Formation zu einer der angesagtesten Latin- und Showbands und zum Publikumsliebling. Stilecht gekleidet in weiß begeisterten sie die Zuhörer und Tänzer mit Liedern wie "Guantanamera".
Von vielen Fans und Zuhörern umlagert war die Metropolitan Jazzband Prag featuring Eva Eminger. Die siebenköpfige Band um den Trompeter Josef Krajnik zeichnet für modern arrangierten Dixieland und Swing verantwortlich. Die Formation sorgte mit ihrer Zeitreise für gute Stimmung im großen Saal.
Aber auch die anderen Gruppen mussten sich nicht verstecken und hatten ihre treuen Fans. Die achtköpfige Band Swingin' Fireballs mit dem Sänger André Rabini wurde 1999 gegründet. Die gediegene Ausbildung aller Musiker resultiert aus der Tatsache, dass alle an internationalen Musik-Hochschulen studiert haben. Danach spielten einige unter anderem bei James Last, Udo Lindenberg oder Peter Herbolzheimer. Wer sich in die Zeit von Frank Sinatra, Dean Martin und Louis Prima zurückversetzen wollte, konnte der stilvoll und authentisch gekleideten Formation folgen.

Rote Haare, rotes Licht

Auffallend, nicht nur wegen ihrer feuerroten Haare, war Martina Eisenreich mit ihrer virtous benutzten Violine. Sie tritt oft mit dem QuadroNuevo-Akkordeonisten Andreas Hinterseher auf. Auf der Bühne tauchten sie die Beleuchtungstechniker natürlich in rotes Licht.
Der Name Alex Jazzhaufen ist Programm: 1977 im Alexandrinum, dem Erlanger Studentenwohnheim, wurde die Gruppe gegründet. Dixieland, Swing und Oldtime Jazz hatten sie im Programm, aber auch "Tante Käthe", eine Komposition ihres Bassisten. Die jüngste Formation im Angebot, die durch die harte Schule der Straßenmusik gegangen ist, war la-boum. Da es auf der Straße selten eine Steckdose gibt, spielen sie unplugged auf der Bühne.