Puma: Chinesische Firma wird Großaktionär von "ikonischer Weltmarke“
Autor: Ellen Schneider
Herzogenaurach, Mittwoch, 28. Januar 2026
Seit Monaten brodelte die Gerüchteküche, nun ist klar: Der chinesische Konzern Anta Sports will beim fränkischen Sportartikelhersteller Puma einsteigen. Und das für eine Menge Geld.
29,06 Prozent des Sportartikelherstellers Puma mit Sitz in Herzogenaurach (Landkreis Erlangen-Höchstadt) sollen bald dem chinesischen Konzern Anta Sports gehören. Anta gab nun den Abschluss einer Aktienkaufvereinbarung mit der französischen Luxusholding Artemis in einer Mitteilung bekannt. Die Familie Pinault, die hinter der Luxusholding steckt, war zuletzt der größte Anteilseigner an dem fränkischen Sport-Riesen. Diese Rolle soll nun Anta Sports zuteil werden.
1,5 Milliarden Euro kostet den Konzern der Anteilskauf. Allerdings müssen Behörden und Aktionäre dem Kauf noch zustimmen. Voraussichtlich bis Ende 2026 soll die Transaktion laut Anta abgeschlossen werden. Danach strebe die Gruppe laut eigenen Angaben "sobald wie möglich" eine "angemessene Vertretung im Aufsichtsrat" an. Absichten den Sportartikelhersteller vollständig zu übernehmen, gebe es aktuell nicht.
Chinesischer Konzern kauft Puma-Anteile im Wert von 1,5 Miliarden Euro
Über den Kauf der Anteile durch Anta wurde zuvor bereits spekuliert. Die Gründe für die Entscheidung liegen für den chinesischen Konzern auf der Hand: "Die Transaktion ist ein wichtiger Schritt in der Globalisierungsstrategie von Anta Sports und stärkt deren Reichweite, Bekanntheitsgrad und Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Sportartikelmarkt", heißt es dazu in der Mitteilung.
Ding Shizhong, Vorstandsvorsitzender von Anta Sports, kommentiert zudem, die Entscheidung markiere "einen wichtigen Schritt in unserer Strategie". Puma sei eine "ikonische Weltmarke mit einer langen Tradition" und man freue sich, voneinander zu lernen und das volle Potenzial der Marke auszuschöpfen. Der Anteilskauf soll für Anta Sports auch das nächste Wachstumskapitel auf den globalen Sportmärkten, einschließlich China, vorantreiben.
Dass die französische Familie Pinault ihre Anteile verkaufen könnte, wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach spekuliert. Die Luxusholding Artemis, die unter anderem an Gucci beteiligt ist, ist laut dem Handelsblatt massiv verschuldet und bezeichnete die Puma-Anteile wohl zuletzt als "nicht strategisch".
Umsatzrückgang und massiver Stellenabbau bei Puma
Für Puma lief es zuletzt nicht rund: Im Oktober 2025 kündigte das Unternehmen an, 900 Stellen abbauen zu wollen. Die Maßnahme war eine Reaktion auf den Umsatzrückgang und eine schwierige wirtschaftliche Lage von Puma, weshalb die zusätzlichen Stellenstreichungen als notwendig erachtet werden.