Seit dem 27. April ist wieder Schulbetrieb, zumindest für die Abschlussklassen von weiterführenden und beruflichen Schulen. Es gibt jedoch viele Fragen, wie und vor allem ob das umsetzbar ist. Der FT hat am Gymnasium in Höchstadt und am beruflichen Schulzentrum in Herzogenaurach nachgefragt.

"Wir setzen alle vom Kultusministerium herausgegebenen Hygienemaßnahmen um", erklärt Schulleiter Roland Deinzer. Zu diesen Maßnahmen zählen das Aufteilen der Klassen, damit nicht so viele Schüler in einem Raum sind, das Abstandsgebot von 1,50 Metern und Einzeltische.

Maßnahmen werden umgesetzt

So sind nun die Schüler der Q12 in Höchstadt aufgeteilt worden und besonders in den großen Klassenzimmern, die davor entsprechend umgestellt wurden, untergebracht. "Die Hygienemaßnahmen und andere Regeln wurden zum Start noch einmal mit den Schülern besprochen", so Deinzer. Eine weitere Maßnahme war zum Beispiel, dass das Putzpersonal entsprechend informiert wurde und nur bestimmte Toiletten benutzt werden können. "Damit man nicht aus Versehen etwas übersieht."

Vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt bekam die Schule am Montag noch eine Lieferung mit Schutzmasken, die an Schüler und Lehrer verteilt wurden. "Bisher konnten wir alle Auflagen umsetzen. Ich denke, wir bekommen das auch noch hin, wenn die elften Klassen dazukommen", sagt Deinzer positiv gestimmt. Wie es mit weiteren Klassen funktionieren könne, das sei noch ungewiss und müsse man einfach abwarten.

Für Risikogruppen gelten noch einmal gesonderte Bestimmungen. "Sie können sich vom Arzt eine Bestätigung holen, dass sie vom Präsenzunterricht befreit sind. Auch Kollegen, die über 60 Jahre alt sind, können auf das Unterrichten verzichten", so Deinzer. Entsprechende Rückmeldungen habe er bisher noch nicht bekommen.

Viele positive Erinnerungen fehlen

Es sei eine eigenartige Situation, so eine stille Schule zu haben und so wenig Schüler zu sehen. "Auch unsere Schüler sind verunsichert", sagt Deinzer. Gerade bei den Abiturprüfungen sei viel Unsicherheit da, dass Inhalte abgefragt werden, die nicht mehr so intensiv durchgenommen werden konnten.

Weitere Einschränkungen des Schulalltags sind, dass besondere Veranstaltungen wie Ausbildungsmessen, Projekttage und nicht zu vergessen die Abschlussfahrten nicht stattfinden können. "Das nimmt den Schülern viele positive Erinnerungen, was sehr bedauerlich ist."

In den Schulen des beruflichen Schulzentrums in Herzogenaurach und Höchstadt gelten nicht nur die gleichen Hygienepläne, sondern auch dort laufen die Vorbereitungen auf Abschlussprüfungen.

So sind die Schüler der zwei Fachschulen für technische Berufe in der zweiten Jahrgangsstufe bereits wieder im Vollunterricht. "Wir achten auch darauf, dass Unterrichtsmaterialien wie zum Beispiel Tastaturen pro Tag nur ein Schüler in der Hand hat", erklärt Schulleiter Martin Wirsching. Die erste Jahrgangsstufe bleibt mit einem vierstündigen Videochat-Unterricht und weiteren Online-Angeboten noch zu Hause. Für vorzeitige Absolventen gelte auch ab kommender Woche wieder der Präsenzunterricht, erklärt Wirsching.

Bei den Absolventen der Berufsfachschulen aus den Bereichen Kinderpflege, Sozialpflege und Ernährung und Versorgung finden ebenfalls wieder sechs Stunden Unterricht täglich statt. "Wir haben uns auf diese Stundenanzahl geeinigt. Das wäre sonst einfach zu lange und zu anstrengend, weil alle Pausen im Klassenzimmer stattfinden müssen. Außerdem kann in einer großen Mittagspause der Gesundheitsschutz nicht gewährleistet werden", so Wirsching.

Die Abschlussklassen der Berufsschule haben von acht bis zwölf Uhr Unterricht und Zugriff auf weitere Online-Angebote. "Hier sind oftmals Einzellösungen notwendig, um den aktuellen Gegebenheiten gerecht zu werden. Im Einzelhandel gibt es vielfältige Herausforderungen. Die Auszubildenden tragen momentan in ihren Betrieben einen sehr wichtigen Beitrag zur Versorgung bei. Aber es läuft alles sehr gut", sagt Wirsching. Trotz der hohen Anforderungen und der zeitintensiven Arbeit meint er optimistisch: "Es ist auch eine Zeit des neu Denkens und es weht ein frischer Wind. Bis vor sechs Wochen habe ich selbst nicht gewusst, wie Videokonferenzen funktionieren, aber jetzt ist es schon Gewohnheit, dass diese drei bis vier Mal pro Tag stattfinden."

Gerade die Digitalisierung des Schulwesens werde so vorangetrieben. Bereits vor fünf Wochen wurden den Lehrern Tablets für den Online-Unterricht gegeben. Voraussetzung dafür war die Zusammenarbeit der Systembetreuung der Schule, der Mitglieder der Schulleitung und auch die Verantwortlichen im Landratsamt Erlangen-Höchstadt. Als Fazit zum Thema Onlineunterricht meint Wirsching: "Wir können nach nun fünf Wochen digitalem Onlineunterricht sagen, dass unsere Schülerinnen und Schüler in aller Regel gerne und aktiv im Onlinelernen angekommen sind."