Das leidige Problem der Parkplatzsuche nahm die CSU zum Anlass, um das Thema ausführlich im Stadtrat beraten zu lassen. Ursprünglich forderte man auch einen Betrag im städtischen Haushalt (100 000 Euro), um Flächen als Parkplätze anmieten oder kaufen zu können, rückte davon aber wieder ab. Denn die Erklärung von Bürgermeister German Hacker (SPD), es sei für solche Zwecke genügend Geld eingestellt, war schlüssig. Letztlich sei es das Ansinnen der CSU gewesen, wenigstens einmal im Stadtrat in die Debatte einzusteigen, sagte Fraktionschef Bernhard Schwab.

Für Hacker ist es überdies kein Problem der verfügbaren Mittel, sondern ein Problem der Flächenverfügbarkeit. Das war für ihn ja auch mit ein Grund dafür, das Parkdeck an der Schütt zu errichten. Hätte es freie, verfügbare Flächen gegeben, hätte man diese ja bereits damals ankaufen können. Sollten der Stadt freie Flächen, auf denen man Parkplätze einrichten könnte, angeboten werden, "werden wir dies wie bisher selbstverständlich postwendend prüfen", sagte der Bürgermeister zu.

Da bohrte Walter Drebinger (CSU) nach und wollte wissen: "Gibt's schon Verhandlungen für die ehemalige Hanika-Fläche?" Dort stünden sofort 20 bis 30 Parkplätze zur Verfügung, ergänzte er. Bislang wurde der Hof des früheren Supermarktes in der Hinteren Gasse von der Firma Kindler als Parkplatz genutzt und stehe, nach dem Auszug des Unternehmens ins Gewerbegebiet Nord, jetzt frei.

Hacker erklärte, dass man zuletzt vor sechs Jahren mit den Vermietern gesprochen habe. Da sei es aber auch um eine Nutzung des Gebäudes gegangen. Der Parkplatz sei an das Gebäude gebunden sagte der Bürgermeister. Generell aber meinte er, dass diese Fläche schon viel zu weit weg liege, denn jeder wolle bis vor die Haustür fahren. Schon das Vereinshaus sei für viele zu weit weg, habe er feststellen müssen.


43 Stellplätze kehren zurück

"Bei allem Verständnis über Klagen zum teils herrschenden Parkdruck" hielt das Stadtoberhaupt außerdem den Hinweis wichtig, dass mit der Rückverlagerung des Busbahnhofs zum Jahresende auf dem Realschulparkplatz wieder "schlagartig 43 weitere, innenstadtnahe Stellplätze hinzu kommen". Außerdem habe man auch das Parkdeck an der Schütt "nicht aus Jux und Tollerei" gebaut.

Hacker wies auch darauf hin, dass man eine Sache nicht lösen könne, auf die immer wieder hingewiesen werde: den Parkdruck durch die Firmen. Aber die Firma Schaeffler sei dran. Es wurde bereits ein Ausweichparkplatz auf dem Gelände der früheren Niederndorfer Ziegelei für 300 Autos geschaffen.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Curd Blank sah ein "augenscheinlich temporäres Parkplatzproblem." Das betreffe auch die Klingenwiesen, die zuvor angesprochen worden waren. Kaum haben drei Märkte eröffnet, schon würden die Parkplätze fehlen, hieß es. Und das Hotel komme da noch hinzu, sagte CSU-Stadtrat Schwab. Blank wies darauf hin, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch viele Handwerker dort parken. Bürgermeister Hacker ergänzte, dass am östlichen Ende ja viele weiteren Parkplätze erst noch entstehen.

Grundsätzlich sollte auch mehr mit dem Bus oder Rad gefahren werden, riet er. Und der Grüne Peter Simon meinte, das Parkplatzproblem sei nicht das größte Thema der Menschen in Herzogenaurach. Man müsse die Leute zum Umdenken bringen. Und fand Bestätigung bei Bürgermeister Hacker: "Wer früh mit dem Benzinauto tausend Meter zur Arbeit fährt, darf nicht über Stau oder fehlende Parkplätze jammern."