Für Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und Sebastian Schmidt, den langjährigen Leiter des Höchstadter Heimatmuseums, war es im August 2017 ein besonderes Erlebnis, noch lebende Nachfahren der Familie Spix kennenzulernen.

Brehm und Schmidt reisten dazu nach Dorndorf in Thüringen, um bei der inzwischen 92-jährigen Brigitte Schulz drei großformatige Ölgemälde abzuholen. Die Bilder stammen aus dem Privatbesitz der Familie des berühmtesten Sohnes der Stadt Höchstadt, Johann Baptist Ritter von Spix.

Dauerleihgabe

Schmidt freut sich, dass es gelungen ist, diese "besonderen Exponate zur Stadtgeschichte" als Dauerleihgabe fürs Höchstadter Heimatmuseum zu bekommen. Er sieht die Aktion auch als seine letzte Aktivität für das Heimatmuseum.

Jetzt zum Altstadtfest werden die drei Bilder im Obergeschoss des Museums erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Als Schmidt und der Bürgermeister die drei Gemälde aus dem Wohnzimmer in Thüringen holten, waren sie in einem stark angestaubten und teilweise beschädigten Zustand. In der Bamberger Werkstatt Schmuck nahm sich Restauratorin Julia Abramowicz der Bilder an, restaurierte und konservierte sie. 4000 Euro ließ sich die Stadt die monatelangen Arbeiten kosten.

Bei den drei Porträts handelt es sich um etwa 200 Jahre alte Originale. Die 57 mal 68 Zentimeter großen Gemälde zeigen den gesundheitlich schon etwas angeschlagenen Johann Baptist Ritter von Spix, seinen Bruder Jakob Spix und deren Mutter Franziska, eine geborene Tadino. Wer die Bilder gemalt hat, ist nicht bekannt, sie sind weder datiert noch signiert.

Kontakt über späte Nachfahrin

Den Kontakt nach Höchstadt hatte A. Micheletti, eine Enkelin von Brigitte Schulz und späte Nachfahrin von Jakob Spix, geknüpft. Ihr Wunsch war es, dass die Bilder als Dauerleihgabe nach Höchstadt kommen.

Als die drei restaurierten Werke am Dienstag der Presse vorgestellt wurden, bedankte sich Bürgermeister Brehm bei Sebastian Schmidt. Für Brehm sei es eine einmalige Geschichte gewesen, "lebendige Nachkommen von Spix zu fühlen". Die Abholaktion der Bilder in Thüringen werde ihm auch immer in Erinnerung bleiben.

Auch Herbert Fiederling, Vorsitzender des Höchstadter Spix-Vereins, freut sich über die drei Originale. Er würdigt das Engagement von Sebastian Schmidt, wohl wissend, wie schwierig es ist, Anknüpfungspunkte zur Familie Spix zu finden. Fiederling: "Das ist ein Bohren dicker Bretter."

Der Vorsitzende erinnert auch noch einmal daran, dass zum Altstadtfest im Spix-Museum vier präparierte Vögel zu sehen sind, die der Forscher Spix von seiner Brasilienreise mitgebracht hat.