Wird eine Kirche renoviert, innen neu gestrichen und bekommt eine restaurierte Orgel, darf zwar die Kirchengemeinde einen großen Teil der Kosten aufbringen, wenn es aber um das Aussehen geht, hat sie oft nur wenig Mitspracherechte: Das Hochbauamt, das Bistum und das Bayerische Amt für Denkmalpflege bestimmen darüber, wie die Kirche aussehen soll. So wie bei der jetzt fertiggestellten Kirche St. Mauritius in Röttenbach.
Sobald die Innentemperatur in der Kirche auf 15° Celsius steigt, kann der Orgelbauer die restlichen Pfeifen der Orgel einbauen. Die feierliche Einweihung, bei der Erzbischof Ludwig Schick erwartet wird, ist bereits terminiert und soll am 12. Juni stattfinden, verriet Pfarrer Jacob Kurassery.

In das Gehäuse der alten Orgel wird eine völlig neue Orgel eingebaut: 23 Register mit je 54 Pfeifen.
Damit die Empore nicht nur unter dem Gewicht von Orgel und Organist, sondern auch dann hält, wenn der Chor von oben singt, wurde der Grundbalken mit einem Leimbinder verstärkt. Vom Spieltisch aus führen die Trakturen zu den Orgelpfeifen, mit denen der Organist die Windladen steuert, versteckt unter einem Podest: "Das ist ein kleines Wunderwerk", erklärte Kirchenpfleger Georg Barthel. Schließlich war zwischen den Trakturen kaum Platz, um das Podest fest auf den Boden der Empore zu stellen.

Stand bei der alten Orgel jedes Gehäuse einzeln auf sieben Dachlatten, so dass sich die feinen Holzkonstruktionen durch Temperaturschwankungen so verzogen, dass zeitweise bis zu sechs Register nicht mehr spielbar waren, ist das Gehäuse beider Orgelteile jetzt mit einem Grundrahmen versehen und fest mit dem Spieltisch verbunden.


Vorgaben des Dankmalschutzes

Das alte Gehäuse wurde von der Firma Ehmann restauriert und mit frischer Farbe versehen. Zwar ließ sich am Fuß des Gehäuses taubengraue Farbe nachweisen, ähnlich der Farbe, mit der die Empore von unten bemalt ist, doch der Denkmalschutz bestand auf der braunen Farbe, maseriert wie ein Holzimitat.

Pfarrer Jacob Kurassery zeigte sich zufrieden mit seiner neuen Kirche, deren Restaurierung von seinem Vorgänger Joan Vinyeta-Punti begonnen wurde.

Schon seit einigen Jahren wird die Kirche St. Mauritius in Röttenbach renoviert, die Orgel bildet jetzt den krönenden Abschluss. Erst wurden außen Fassade, Turm, Dachgebälk und Dach, dann die Kirche innen restauriert, der alte Kreuzweg aus dem Keller wieder - nach Restaurierung durch die Firma Ehmann - zurück an die Innenwand gehängt, die drei barocken Eichenfiguren von Ignaz Günther bekamen einen neuen Platz, eine neue Podestheizung sorgt für Wärme in der Kirche und der Eingang in die Sakristei wurde verändert.

2007 begann die Turmsanierung, die 2008 mit der Außensanierung und dem Dach fortgesetzt wurde. 2010 begann die Innensanierung. Einen Großteil der Arbeiten übernahm die Firma Ehmann unter der Leitung von Matthias Ehmann, Deutschlands seinerzeit mit 19 Jahren jüngstem Kirchenmalermeister.


125 000 Euro von der Gemeinde

Die Innen- und Außensanierung kostete insgesamt 787 000 Euro, für die Kirchenorgel sind noch einmal 425 000 Euro und 25 000 Euro für kleinere Zusatzarbeiten fällig. Da das Hochbauamt 160 000 Euro für die Orgel übernimmt, das Bistum Bamberg 40 000 Euro beisteuert, blieben 125 000 Euro, die von der Kirchengemeinde aufgebracht werden müssen.