Es ist der vielleicht ungewöhnlichste Wagen im Fuhrpark des Bayerischen Roten Kreuzes Erlangen-Höchstadt. Medizinisch eher abgerüstet, für den Krankentransport nur bedingt ereignet. Und Fahrer Thomas Mach gibt zu: "Das Blaulicht haben wir relativ selten an."

Wenn er zu einem Einsatz fährt, gibt er unumwunden zu, "registrieren die Leute den Wagen erst einmal als normalen Krankenwagen". Das war das Auto mit dem typischen "Krankenwagenkastenaufbau" auch einst. Bis eben eine Rettungseinheit des BRK einen ungewöhnlichen Wagen daraus baute.

Caruso, Drago und Nelle on tour

Der Spannung ist genug: Heute transportiert das Einsatzfahrzeug Hunde. Nicht irgendwelche oder kranke Hunde, sondern eine Spezialeinheit. Mach hat im hinteren Teil des Fahrzeuges Mitfahrer wie Caruso (der vermutlich kleinste Man trailer Bayerns), Drago oder Nelle. Der kleine Dackel und die beiden Neufundländer sind in Boxen untergebracht, wenn es auf die Straße geht, einem unbekannten Einsatzort entgegen.

Es ist ein Rettungshunde-Einsatzfahrzeug und die Menschen der Rettungshundestaffel sind stolz auf die Einheit und die Möglichkeiten, die das Team hat. Edith Mühlhans, Leiterin der Staffel, erzählt: "Der Wagen ist hier auf dem Vereinsgelände der Hundefreunde Höchstadt stationiert." Der Verein überlässt aber nicht nur einen Stellplatz kostenfrei, die Staffel darf mit ihren Hunden auch dort trainieren. Der Verein hat die Garage sogar gebaut, um das Bayerische Rote Kreuz zu unterstützen.

Zu anderen Einheiten innerhalb der Rettungsorganisation gibt es aber dann doch ein paar Unterschiede, und das betrifft eben nicht nur die Mitfahrer. Denn wenn es zu einem Einsatz kommt, wird sich nicht am "Gerätehaus" getroffen. Es kommt lediglich die Besatzung des Wagens, um diesen als Einsatzwagen an den gewünschten Einsatzort zu bringen. Die Hunde des Fahrers werden mitgenommen oder es werden weitere Fahren anvisiert, um dann mehrere Hunde dorthin zu transportieren. "Viele der Hundeführer kommen mit ihren Autos und ihren Hunden direkt zum Einsatzort", erklärt Mühlhans.

"Auf das Auto haben wir lange gespart. Zusammen mit einer Spende der Sparkasse Höchstadt hatten wir dann die Möglichkeit einen gebrauchten Rettungswagen zu erwerben." Mühlhans sagt, dass mit dem Kauf aber noch nicht alles "fertig" war. "In viel Eigenarbeit haben wir den Wagen für unsere Zwecke umgerüstet." Einige wenige Umbauten mussten von Werkstätten durchgeführt werden.

Kosten und Nutzen

"In der Regel fahren wir nicht mit Blaulicht", diese Äußerung Mühlhans' dürfte für den einen oder anderen überraschend sein. "Wir sollen zwar schnell am Einsatzort sein, wir haben aber andere Zeitpuffer." Die Rettungshundestaffel wird in der Regel erst im Laufe eines Einsatzes dazugerufen, selten von Anfang an. Lediglich, wenn die Leitstelle angibt, dass es auf die Zeit ankomme und der Wagen mit Blaulicht fahren darf, nutze man diese Sonderrechte. Dann gibt es aber auch keinen Unterschied zu anderen Rettungseinheiten - kein Verkehrsteilnehmer kann sich darauf berufen, dass es ihm egal sei, ob der Wagen durchkommt, weil "ja nur Hunde drin sind".

Ob solch ein Wagen unbedingt sein muss? Immerhin kostet der ja auch Geld. Das ist die immer wiederkehrende Frage, der sich viele Rettungseinheiten stellen müssen. Doch für Mühlhans ist das unfraglich. "Wenn wir einen Menschen gerettet haben, wenn unsere Hunde den Gesuchten entdeckt, vielleicht sogar dessen Leben gerettet haben, dann ist das eine Bestätigung für die Einheit.