Vorerst gescheitert ist der Versuch von Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und der Stadtverwaltung, vor dem ehemaligen Schlecker-Markt an der Ecke Steinwegstraße/Vogelseck zwei kleine Grünzonen schnell in vier Parkplätze umzuwandeln. Der Stadtrat erlaubte sich in seiner Sitzung am Montagabend eine Vollbremsung.

Die Umgestaltung des Bereichs vor den Geschäftsräumen, in die schon bald ein Bio- und Regionalmarkt einziehen wird, ist Teil einer größeren Planung, die in diesem Jahr realisiert werden soll. Dazu gehört der Ausbau des Parkplatzes am Vogelseck, die Sanierung der Ringstraße und die behindertengerechte Umgestaltung der Steinwegstraße in dem Abschnitt vom Parkplatz bis zur Kreuzung.

Nach längerer Diskussion verständigte sich der Rat darauf, zunächst eine Bürgerversammlung zu halten, danach die Pläne zu modifizieren und sie dann dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen.
Hinter den vom Ingenieurbüro Valentin Maier in der Sitzung präsentierten Plänen steht zumindest für den Abschnitt Steinwegstraße noch ein großes Fragezeichen.

Kunden wollen vor der Tür parken

Der Stadtrat folgte dem Vorschlag von CSU-Sprecher Michael Schwägerl, den Planungsauftrag zwar im Grundsatz an das Büro Maier zu vergeben, nicht aber den Plänen in der vorliegenden Form zuzustimmen.
Bürgermeister Brehm verteidigte die Planung mit dem grundsätzlichen Ziel, die Innenstadt zu beleben. "Die Kunden fordern Parkplätze vor der Tür und die Betreiber wollen dies so", meinte Brehm. Man müsse die Unternehmer unterstützen und dabei auch abwägen.

Für Michael Schwägerl gibt es am Vogelseck schon immer ein Problem mit parkenden Autos. Damals habe man die Gestaltung mit gutem Grund so gewählt. Sein CSU-Fraktionskollege Franz Rabl will die grünen Flächen "nicht ausradieren" und verweist auf die nahe Tiefgarage.

"Beim Ausparken könnte es ein Chaos geben", fürchtet Junge-Liste-Sprecher Michael Ulbrich mit Blick auf die fast schon im Kreuzungsbereich vorgesehenen zwei Stellflächen. So werde es nicht funktionieren, meint Ulbrich, auch sei diese Planung in der Fraktion noch nicht abgestimmt.

SPD-Sprecher Andreas Hänjes hätte den Plan ebenfalls gerne vorher in der Fraktion beraten. Er kündigte Ablehnung an. Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD) erinnerte daran, dass es in der verkehrsberuhigten Steinwegstraße eigentlich gar keine Gehwege geben dürfte. Autos und Fußgänger müssten sich auf einer Ebene begegnen. Schulz: "Wir sollten jetzt keinen Fehler machen, den wir dann nicht mehr heilen können."

Als sie hörte, dass für die Umgestaltung auch wieder Pflaster vorgesehen sei, legte Jeanette Exner (JL) ihr Veto ein. Für ältere Menschen mit Rollatoren, aber auch für Mütter mit Kinderwagen sei es "ganz schlimm", über das Pflaster der Steinwegstraße gehen zu müssen. Exner forderte eine Asphaltierung des Gehweg-Bereichs und ließ sich auch von größerem Betonpflaster nicht überzeugen.

Während über die Umgestaltung des Steinwegstraßen-Abschnitts noch ausgiebig diskutiert werden dürfte, stießen die Pläne für den Ausbau des Parkplatzes in der Sitzung kaum auf Kritik. Vorgesehen haben die Planer 25 ausgewiesene Stellflächen, aufgelockert durch vier kleine Grüninseln mit Bäumen. Günter Schulz fürchtet nur Probleme, falls rechtwinkliges Gegenüberparken vorgesehen sein sollte.

An den Entwürfen für die Erneuerung der Ringstraße auf einer Länge von knapp 280 Meter gab es nichts auszusetzen. Hier soll die für die Anlieger kostengünstigste Variante gewählt werden, erklärte Bürgermeister Brehm. Die Anlieger müssen sich am Ausbau dieser relativ schmalen Gasse finanziell beteiligen. Die endgültige Planung wird dem Stadtrat aber erst nach der Bürgerversammlung präsentiert.