Tanzte nicht ein Elflein im Brunnen? Es brauchte nur ein wenig Fantasie, um im mystisch beleuchteten Stadtgarten Märchenwesen zu sehen. Die alten Mauern waren in geheimnisvolles Licht getaucht. Die Bäume leuchteten in bunten Farben und schemenhaft grüßte der Stadtturm über die Mauer. "Licht in alten Mauern" titelt das Lichtfestival, das am Samstag in der historischen Schlüsselfelder Altstadt im Beisein vieler Gäste und Besucher eröffnet wurde.

Die Stadt einmal anders zu erleben, sie mit ganz anderen Augen zu sehen: Die Lichtinstallation macht's möglich. Bis zum 13. April wird allabendlich die historische Altstadt erstrahlen. Während dieser Tage haben alle gastronomischen Betriebe geöffnet und auch das Stadtmuseum steht Besuchern täglich bis 22 Uhr offen.

In Zusammenarbeit haben "Oberfranken Offensiv", das Coburger Designforum Oberfranken und die Hochschule Coburg jetzt auch dem Steigerwaldstädtchen diesen Event geschenkt. Ein Dutzend Studenten der Hochschule Coburg hat die Installation umgesetzt. Kosten sind der Stadt lediglich für deren Unterkunft und den Stromaufwand entstanden. "Das ist ein Minimalposten angesichts dessen, was wir dafür bekommen", sagte Bürgermeister Georg Zipfel.

Eröffnet wurde in Schlüsselfelds "guter Stube", unter den Linden am historischen Marktplatz. "Lichtevents sind Anziehungspunkte", sagte Bürgermeister Zipfel. Er rechnet allabendlich mit vielen Besuchern. Sie können den Marktplatz und das historische Stadttor, das Rathaus und das alte Rathaus (heute Stadtmuseum), die Pfarrkirche Sankt Johannes und den Stadtgarten in völlig neuem Licht erleben. Zudem sei die Lichtinstallation ein Denkanstoß, wie Beleuchtung in Zukunft aussehen könne, meinte Zipfel.

31. Lichtprojekt in Oberfranken

Melanie Huml, Vorsitzende von Oberfranken Offensiv, sprach bei der Eröffnung von "den tollen Städten und Gemeinden Oberfrankens", die erstrahlen zu lassen, ihr ein Anliegen sei. Im Rahmen von "Oberfranken leuchtet" ist Schlüsselfeld bereits das 31. Lichtprojekt. Dennoch sei jedes anders und einzigartig, wie auch die Kommune selbst. Durch den Einsatz von Licht werde Verborgenes sichtbar, Grenzlinien verschwimmen, die Stadt erhalte ein zweites, ein Nachtgesicht. Das stimmungsvolle Licht sei Anreiz zum Flanieren, zum Austausch und - es schaffe Identität. Die Lichtinszenierung sei zwar ein vorübergehendes Ereignis, es stehe jedoch nichts entgegen, sie zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen.

"Unser Ziel ist es, zu begeistern", sagte Professor Auwi Stübbe vom Coburger Designforum Oberfranken. Das dürfte gelungen sein. Ganz ohne normale Straßenbeleuchtung entstehe Atmosphäre, könnten Emotionen Raum greifen. Die Besucher waren fasziniert von der Lichtshow.

"Wenn Fassaden erleuchtet werden, öffnet sich der Himmel und man kann die Sterne sehen", schwärmte Rainer Kober. Er ist von "Kronach Creativ", weiß wovon er spricht. Die Kronacher Lichtinszenierung haben unzählige Besucher gesehen. Durch die Lichtinstallation werde die Lebensqualität erhöht. Oberfranken habe damit die Chance, eine echte Alleinstellung zu erreichen. Es müsse nur noch der "kommunale Umsatzwille" etwas aktiviert werden, fand Kober.