"Ich habe ihre Namen auswendig gelernt, jetzt sehe ich Gesichter", freute sich Professor Ivan Sasko, Weihbischof aus Zagreb/Kroatien. In der Pfarrkirche Sankt Gertrud spendete er 29 jungen Christen aus den Pfarrgemeinden Wachenroth und Elsendorf das Sakrament der Firmung.

Er sei "mit vollem Herzen gekommen". In Gedanken und Gebet habe er die Firmlinge begleitet, sagte der Bischof in akzentfreiem Deutsch. Pater Stefan Pavokovic hatte in diesem Jahr den Bischof aus seinem Heimatland Kroatien als Firmspender eingeladen. Nach Kroatien hat die Pfarrei gute Verbindungen. Die Pfarrgemeinde unterstützt dort ein Projekt der Franziskusschwestern, das auch etliche Gemeindemitglieder schon besucht haben. Schwester Annemarie von den Franziskus schwestern in Vierzehnheiligen ist für das Projekt verantwortlich. Sie nahm zusammen mit Generaloberin Schwester Regina Pröls (aus Herrnsdorf stammend) an der Firmfeier teil.
Die Firmfeier wurde zu einem begeisterten Glaubensfest, das auch Pfarrer Erhard Schupp und Pater Gabriel Ramos aus Schlüsselfeld mitfeierten. "Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr" und weiteres modernes geistliches Liedgut stimmte mit ihrer Gruppe "La Musica" Monika Tregoning an. Zwei Firmlinge, Bürgermeister Friedrich Gleitsmann (CSU) und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Richard Simmet hießen den Gast willkommen. Monika Tregoning und Marga Durmann hatten zusammen mit den Gruppenmüttern und Matthias Murk die Jugendlichen auf ihrem Weg zur Firmung begleitet.

"Den Wind kann man nicht sehen, aber man sieht, was von ihm bewegt wird!" So sei es auch mit dem heiligen Geist, sagte Bischof Sasko in seiner Predigt. Der Geist könne nicht nur einzelne Menschen bewegen. Er schaffe auch begeisterte Gemeinschaften. Bischof Sasko verglich das Leben mit einem Schiff: "Sind wir beweglich oder reicht es uns, verankert zu bleiben", fragte er. Es komme darauf an, was man mit den Segeln mache. Seien sie eingerollt, könnten sie nichts bewegen. "Werden aber viele kleine Segel zu einem großen zusammengefügt, kann der heilige Geist seine Größe voll entfalten."

An die Firmlinge - "fast 30 Segel" - richtete er sich mit dem Appell, sich "zu dem großen Segel der Gemeinde und Kirche zusammenzufügen". Jeder solle erfahren, dass in seiner Gemeinde der Geist Gottes am Werk ist und vieles bewegt. Er mahnte aber auch: "Seien Sie wachsam, dass Ihre Segel nicht zerrissen werden." Denn der Gegenwind sei stark. Aber auch dann dürfe der Christ ruhig bleiben. "Unsere besten Freunde, die Heiligen, haben schon ihr breites Segel aufgespannt!" Darin liege die Schönheit des christlichen Glaubens: "Wir sind nie allein!"