Mehr als 20 örtliche Vereine und Gruppierungen hatten schon seit Wochen gewerkelt und gebastelt, um den Besuchern des Adelsdorfer Weihnachtsmarktes am ersten Adventswochenende viel anbieten zu können: Adventsgestecke, selbst Gebackenes, Gestricktes und Gebasteltes und viele andere Geschenkideen gab es zu sehen und natürlich zu kaufen. In der wundervoll dekorierten Schlossscheune herrschte immer Hochbetrieb, und die Adelsdorfer Kindergärten und der Flötenkreis Adelsdorf sowie die Adelsdorfer Musikanten begleiteten den Markt mit weihnachtlichen Klängen.

"Lasst uns auch an die denken, die nicht feiern können. Besinnen wir uns und nehmen uns Zeit. Das wünsche ich der ganzen Christenheit!" Mit diesen Worten begrüßte das Adelsdorfer Christkind Hannah, begleitet von seinen vier Engeln, die vielen Besucher, darunter eine große Gruppe Italiener aus Adelsdorfs Partnergemeinde Uggiate-Trevano und diesmal auch Franzosen aus
Ruaudin, der Partnergemeinde Uggiates.

Stimmungsvoll strahlten die vielen Lichter und Kerzen in den Buden, und eine Dunstwolke von Gegrilltem und heißen Getränken schwebte über dem Schlossgarten. Der Geruch nach Glühwein, Lebkuchen und Bratwürsten sowie weihnachtliche Musik versetzten auch den weniger eingestimmten Passanten - es fehlte einfach der Schnee - in eine heimelige, vorweihnachtliche Stimmung.

Backers und Bratwürste

An den vielen Buden bekamen die Franzosen große Augen. Man konnte nicht nur Geschenke kaufen, auch für das leibliche Wohl war da bestens gesorgt: Backers, Karpfenfilet, Crêpes und natürlich Nürnberger Bratwürste waren die Renner. Sylvie Perrier, die Frau von Philippe Perrier, probierte ganz neugierig und vorsichtig den Flammkuchen bei der SPD. "Tres bièn!" (super), fand sie. Anschließend genoss sie zusammen mit ihrem Mann Philippe am Stand der Pfarrei St. Laurentius Aisch einen Becher heißen Quittentraum. "C'est bon!"(Das ist gut) fanden beide und Christine und Pascal Bichot, ihre Freunde, probierten auch und waren begeistert. Am Stand des Freundeskreises Feldbach trafen plötzlich drei Nationen aufeinander. Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) nutzte die Gelegenheit und lud die französischen Freunde, den italienischen Bürgermeister Fortunato Turcato sowie seinen Vize Mirko Baruffini und die Vorsitzende des italienischen Komitees, Lorella Bencastro, gemeinsam mit Zweiter Bürgermeisterin Jutta Köhler (SPD) und dem Christkind zu einem steirischen Umtrunk ein, wobei Christkind Hannah natürlich Orangensaft bevorzugte.

Anschließend brauchten die französischen Freunde unbedingt eine Tasse Kaffee, den sie sich am Stand der Frauenunion holten. Die Kuchen und Plätzchen dort lachten sie einladend an, und Sylvie kaufte schnell zwei Tüten Gebäck "für unsere beiden Töchter zu Hause". Von den weihnachtlichen Gestecken dort waren nicht nur die Franzosen begeistert. Auch Tee, Glüh-Kaipi, Kirschglühwein und Glühwein fanden sie ganz verführerisch. Der "Heiße Hugo" am Stand der Freien Wähler war dann doch zu viel, obwohl er einladend duftete. Der Bund Naturschutz bot den Gästen eine leckere Kürbiscremsuppe an. "Ich kann nicht mehr!", stöhnte Sylvie.

Bei der Bude der Ministranten von St. Stephanus erfuhren sie von den vielen Problemen des jungen afrikanischen Priesters Christian, der schon oft Gast in Adelsdorf war und jetzt Schulleiter einer großen Schule in Kamerun ist. "Schön, dass ihr jungen Leute ihn mit einer Tombola unterstützt", lobte Philippe die Messdiener. Von den Adelsdorfer Musikanten wurden sie zu einem Schluck weißen Glühwein eingeladen und die stimmungsvolle Jurte des Fördervereins der Pfadfinder lud zum Kaufen und Staunen ein. Ein Pfadfinder-Crêpe mussten sie dann doch noch probieren. Damit nahmen sie in der liebevoll und stilvoll dekorierten Schlossscheune Platz. "Bien de chez nous!" (ganz wie bei uns schmecken die Crêpes).

Sie verschnauften ein wenig, bewunderten tolle Handarbeiten, auserlesenen Schmuck und edle Keramikkunstwerke und genossen dabei die weihnachtliche Atmosphäre. Dann zog es sie wieder weiter, denn es gab noch so viel zu bestaunen und zu kaufen. "Schade, dass wir mit dem Zug gekommen sind und nicht mehr mitnehmen können", stöhnte Sylvie Perrier, die sehr gut Deutsch spricht, etwas wehmutsvoll.