Irene Häusler hat die Schäden an ihrem Keller dem Landratsamt gemeldet. "Dort wusste man allerdings schon Bescheid", erklärt Häusler.
Bauvorschriften nicht eingehalten
Eine Nachfrage beim Landratsamt ergibt: Für die Baustelle am Kellerberg hat das Landratsamt einen Baustopp erwirkt, da Bauvorschriften nicht eingehalten worden seien. Die Stadt Höchstadt besitzt ebenfalls Kellerhäuser. Dazu gehört das Petersbeckhaus, das der Kellerbergverein nutzen darf.
Am Stadteigentum wurde laut Bürgermeister Gerald Brehm (JL) zwar keine Schäden festgestellt. Dennoch weist er auf die Auflagen hin, die mit der damals erteilten Baugenehmigung einhergingen: "In der Genehmigung wurde Wert darauf gelegt, dass die Keller keinen Schaden nehmen. Sie sind denkmalgeschützt."
Daher habe das Landratsamt die Auflage erteilt, dass Lkw die Baustelle nur bergseitig anfahren dürfen, sagt Brehm. Denn: Der Boden ist für diese Belastung nicht ausgelegt, das jahrhundertealte, aus Sandstein und Lehm bestehende Kellergewölbe ohnehin nicht.
Dabei wurden die Keller, die noch begehbar waren, in den vergangenen Jahren aufwendig saniert. "Wir haben EU-Fördermittel erhalten, um das Kulturerbe zu bewahren", erklärt Häusler.
Der Bauherr wollte sich auf Anfrage des Fränkischen Tags nicht äußern. Irene Häusler bekam vom Landratsamt jedoch die Information, dass "der Bauherr erst weiterbauen darf, wenn eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Dafür wurde bislang noch kein Antrag gestellt", sagt die Stadträtin.