In einer Zeit permanenter Beschleunigung sollte man auch mal auf die Bremse treten. Bernd Lohneiß, Chef des Höchstadter Gymnasiums, verabschiedete am Freitagabend in der Aischtalhalle die diesjährigen Abiturienten und gab ihnen auch einige nachdenkliche Worte mit auf den Weg.

Es sei nicht immer das Beste, als erster seinen Master oder Doktortitel zu bekommen. Vielmehr sollten sich die jungen Menschen Zeit fürs Leben nehmen und auch dafür, den für sie richtigen Weg zu finden.

Er bedauerte, dass ihnen mit dem G8 ein Jahr von ihrer Schulzeit genommen wurde. Lohneiß zog einen Vergleich zu einem fränkischen Weinbauern. Wenn man beim Wein ein Jahr Gärung wegnehme, leide die Qualität, sagte der Schulleiter.

113 Abiturienten waren zur Prüfung angetreten, nur vier schafften den Abschluss nicht.
Drei wollen wiederholen, einer beginnt eine Lehre.

"Abinauten: Die Welt liegt uns zu Füßen", hatte der Abijahrgang 2014 als Abimotto gewählt. Und getreu diesem Motto lief auch die von Anika Föckers-perger und Oliver Teetzen moderierte mehrstündige Feier in der mit Eltern, Verwandten und Freunden gut gefüllten Aischtalhalle. Höhepunkt war für jeden der 109 erfolgreichen Schulabgänger der Einlauf über den roten Teppich und die Überreichung des Abiturzeugnisses.

Lohneiß hatte für die Mission Abi einige Zahlen errechnet: In den acht Jahren haben die Schüler 1440 Tage in der "Raumstation" verbracht und 11 000 Unterrichtsstunden gehabt. Bei acht Kilo Büchern im Schnitt am Tag, mussten die Abinauten auf ihrer Mission 11,5 Tonnen mit sich herumschleppen. Wer beispielsweise von Uehlfeld nach Höchstadt kam, hat in seiner Gymnasialzeit rund 32 000 Kilometer Schulweg zurückgelegt.