Man möchte meinen, das Thema Klimaschutz betrifft jeden in der Bevölkerung. Nichtsdestotrotz stieß der erste Höchstadter Klimaschutztag am Samstag auf eher mäßiges Interesse.

Dabei hatte sich das Energieteam der Stadt so einiges einfallen lassen, um auf die Themen Umweltschutz, Klimawandel und Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen. Ein umfangreiches Informationsangebot, unter anderem zur energetischen Sanierung, Windenergie und zu Energieeinsparungen, hatten die Mitglieder an ihrem Stand am Marktplatz vorbereitet. "Jeder Einzelne kann im Alltag etwas zum Schutz des Klimas beitragen", ist sich Karl-Heinz Biendarra vom Energieteam sicher. Bereits seit rund vier Jahren besteht der städtische Arbeitskreis, der sich vor allem die Beratung und Aufklärung der Bevölkerung zur Aufgabe gemacht hat.

Regelmäßige Vorträge mit anschließenden Diskussionsrunden sollen sie für das Thema sensibilisieren. Zudem bringt das rund 20-köpfige Team konkrete Vorschläge für Maßnahmen der Stadt im Bereich der Energieeinsparung sowie zur Erzeugung erneuerbarer Energien ein.

Gerade die verschiedenen Möglichkeiten persönlichen Handelns sollten nun bei der Veranstaltung am Wochenende im Mittelpunkt stehen.

Infobroschüren mit Wissenswertem zum Thema Klimaschutz ermöglichten allen Interessierten zumindest einen Einstieg in die Problematik. Möglichst viele Höchstadter sollten so zur effizienten Verwendung von Energie angeregt werden. Die Höchstadter Bläsergruppe "Bloß Blech" umrahmte das Programm musikalisch. Auch das nasskalte Oktoberwetter trug dann aber wohl letztlich dazu bei, dass nur eine Handvoll Interessierter Halt machte beim Klimaschutztag.

Blickfang der Veranstaltung war der große Messetruck der Firma Sunset. Sie präsentierte Photovoltaik, Solarthermie und Holzheizungen. Daneben zu finden war der Nostalgiebus der Tourismuszentrale Karpfenland Travel. 1963 wurde das Mercedes-Modell erbaut, das heute stolze 870 000 gefahrene Kilometer auf dem Tacho stehen hat. Inzwischen fungiert der Bus in erster Linie für Ausflüge in der Region und soll auf diese Weise den naturnahen Tourismus fördern. "Er repräsentiert ein Stück Nachhaltigkeit", findet Helmut Dresel von der Tourismuszentrale.

Angepriesen wurden zudem etliche regionale Lebensmittel sowie saisonales Einkaufen. So boten beispielsweise der Naturlandhof Pilsberger und der städtische Obst- und Gartenbauverein ihre Produkte an. Aufgrund des geringen Interesses und der einsetzenden Witterung bauten aber nicht nur sie ihre Zelte rund zwei Stunden früher ab als geplant.

"Alles in allem beschäftigen sich die Leute aber zunehmend mit dem Thema Klimaschutz", resümierte Karl-Heinz Biendarra gegen Ende der Veranstaltung. Bis zu 50 Zuhörer erschienen immerhin regelmäßig zu den Vorträgen seines Energieteams. Um schlimme Auswirkungen zu verhindern, müsse Klimaschutz schließlich überall auf der Welt vorangetrieben werden. "Die Maßnahmen sollten für die Menschen aber stets nachvollziehbar und vor allem auch bezahlbar sein", fordert Martin Oberle, Leiter der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft.

Das Auto mal stehen lassen

"Ich schalte meine Elektrogeräte nicht auf Stand-by, lasse das Auto öfter einmal stehen und den Trockner im Sommer nicht laufen. Das kann jeder", berichtet Sandra Hammer von Karpfenland Travel. Wer seinen Beitrag zumindest im Kleinen leisten möchte, kann dies beim Energieteam Höchstadt tun. Es sucht auch weiterhin neue Mitglieder.