Höchstadt a. d. Aisch
Stadtrat

Höchstadt speckt Pläne für Einkaufszentrum ab

Das geplante Einkaufszentrum an der B470 in Höchstadt darf nicht ins Aischtal ausgeweitet werden. Der Stadtrat beugt sich der Auflage des Landratsamtes und verabschieden einen reduzierten Bebauungsplan.
Mit dem gesamten Areal östlich der Fortuna Kulturfabrik in Höchstadt sollen auch diese schon länger verlassenen Gebäude abgerissen werden. Foto: Andreas Dorsch
Mit dem gesamten Areal östlich der Fortuna Kulturfabrik in Höchstadt sollen auch diese schon länger verlassenen Gebäude abgerissen werden. Foto: Andreas Dorsch
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Kleiner als ursprünglich geplant wird das Einkaufszentrum an der B470 in Höchstadt-Süd. Das Landratsamt lehnte eine Ausweitung des Areals in das Überschwemmungsgebiet der Aisch ab. Nachdem die Regionalplanungsstelle der Regierung von Mittelfranken das Vorhaben als nicht genehmigungsfähig eingestuft hatte, beschloss der Stadtrat am Montagabend gegen zwei Stimmen aus den Reihen der CSU eine abgespeckte Version des Bebauungsplanes "großflächiger Einzelhandel an der B470".

Missstände werden beseitigt

Der neue Plan beschränkt sich auf das Gebiet, das derzeit schon bebaut ist. Vorgesehen ist, die alten Wohnhäuser, Fabrik- und Lagerhallen östlich der Fortuna Kulturfabrik abzureißen und durch ein Einkaufszentrum mit einem größeren Parkplatz davor zu ersetzen.
Damit könnten laut Verwaltung "mehrere erhebliche städtebauliche Missstände" beseitigt und der gesamte Bereich aufgewertet werden.

In der abgespeckten Planung sind nur noch 2200 Quadratmeter Verkaufsfläche für einen Lebensmittel-Vollsortimenter, 1650 für einen Textil- und 1000 für einen Drogeriemarkt enthalten. Verzichtet wird jetzt auf einen Lebensmittel-Discounter und einen Schuhmarkt. Der Discounter wäre die Firma Lidl gewesen, die nun an ihrem alten Standort bleibt. Wie Bürgermeister Gerald Brehm (JL) in der Sitzung erläuterte, handelt es sich bei dem Vollsortimenter um den Edeka-Markt, der lediglich seinen Standort verlagert. Beim Drogeriemarkt herrsche noch Verhandlungsbedarf mit den Genehmigungsbehörden, denen die geplante Verkaufsfläche zu groß erscheint.

Seine Ablehnung gegen das Einkaufszentrum kündigte Georg Schockel (CSU) an. Es gehe zu Lasten der Innenstadt, argumentierte er. Wenn man die stärken wolle, brauche man keine weiteren Märkte. Damit schlug er sich auf die Seite seiner Fraktionskollegin Christina Neubert, die sich als eine Unternehmerin zu Wort meldete, die eine Bäckerei in der Innenstadt betreibt und um Kunden fürchtet. Von Paul Neudörfer (SPD) musste sie sich sagen lassen, sie solle als Stadträtin das Wohl der Stadt im Auge haben.

Nicht gegen die Innenstadt

Es sei kein Angriff auf die Innenstadt, erklärte Bürgermeister Brehm. Die Bewohner von Süd hätten ein Recht auf ein solches Einkaufszentrum. Zudem könne man Gewerbetreibende nicht zwingen, mit Märkten ins Zentrum zu gehen. JL-Sprecher Michael Ulbrich argumentierte, die Planung an der B470 habe mit der Innenstadt nichts zu tun. Auch andere Städte hätten Probleme mit ihren Innenstädten. Seine Fraktion begrüße das Vorhaben, das auch die Wertigkeit der Kulturfabrik hebe. Die ablehnende Haltung der Regierung zu einem größeren Drogeriemarkt könne er nicht nachvollziehen.

SPD-Sprecher Andreas Hänjes signalisierte die Zustimmung der Sozialdemokraten. Zur Innenstadt-Diskussion meinte er: "Die Guten haben sich immer behauptet." Es seien letztendlich die Kunden, die mit ihrem Einkaufsverhalten entscheiden, was überlebt, sagte Jeanette Exner (JL).