Mit Flüchtlingen, aber auch mit Straßenkindern und mit Politikern haben sich die Kinder der Liebfrauenhausschule in ihrer Projektwoche beschäftigt.
"Ich glaube, das Boot schwimmt nicht und säuft ab", meinte Tim, als sich bei der Präsentation das Ruder löste. Damit kam er der Wahrheit sogar ziemlich nahe, denn das Boot, das er mit seinem Klassenkameraden Paul gezimmert hatte, sollte ein Flüchtlingsboot darstellen.
Flucht war eines der Themen bei der Projektwoche der Liebfrauenhaus-Schule, die am Freitag mit einem Schulfest zu Ende ging. Drei Tage lang beschäftigen sich die Kinder der Liebfrauenhaus-Schule mit dem Thema: "Meine, Deine, Unsere Heimat", es wurden 15 Themen ausgewählt und die Ergebnisse beim Schulfest präsentiert.
Ein Thema war: "Wir wollen, dass keine Menschen auf der Flucht aus ihrer Heimat sterben", das ist die Kernbotschaft einer Sternsinger-Aktion. Den beiden Schülerinnen Lara und Elisabeth geht das Thema ziemlich nahe, "es ist schlimm, dass Menschen und vor allem Kinder auf der Flucht ertrinken", klagt Lara.
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Sie und ihre Klassenkameradin haben ebenfalls ein Boot gebaut und sammelten auch Spenden.
So wie die beiden Schülerinnen haben sich alle Workshop-Teilnehmer mit dem Thema Flucht von Menschen auseinandergesetzt und die dramatischen Nachrichten aus dem Nahen Osten und über Bootsunglücke auf dem Mittelmeer verfolgt. "Ich hab mir den Sternsinger-Film angesehen, und es ist furchtbar, dass so viele Menschen ertrinken, die ihre Heimat verlassen mussten", erzählt Lara. Die beiden Schülerinnen wünschen sich, dass die Menschen eine neue Heimat bekommen und auch bei uns aufgenommen werden.
Die Projektteilnehmer luden auch zur Diskussion ein, beispielsweise zu den Fragen "Wie viele Flüchtlinge werden noch kommen?" oder "Werden sie jemals in ihr Land zurückgehen können?" An nahezu allen Tischen wurde auch darauf hingewiesen, dass Familienangehörige zurückbleiben mussten oder Familien auf der Flucht auseinander gerissen wurden.
Und dass viele Eltern ihre Kinder allein losgeschickt haben, damit sie in Sicherheit sind. Sie mussten sie Schleusern anvertrauen, denen aber das Schicksal der Kinder und überhaupt der Flüchtlinge egal sei. Die Boote aus gefundenen Materialien sollen daran erinnern, dass täglich Menschen die riskante Überfahrt über das Mittelmeer wagen müssen, weil ihre Heimat zerstört worden ist.
Zum Thema Heimat gehörten aber auch noch viele andere Themen, so auch "Rat und Tat in Stadt und Land". Dabei ging es darum, ob die Politiker die Interessen der Bürger und deren Heimat im Stadtrat und Landtag gut vertreten. Dazu gehörten Gespräche mit dem Bürgermeister und Stadträten sowie eine Exkursion zum bayerischen Landtag.
Unter dem Thema "City Bound" versteht man im Allgemeinen die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Komfortzone.
Und die Schüler standen während der Aktion ständig vor mehr oder weniger schwierigen Herausforderungen. Es mussten Aufgaben bewältigt werden wie etwa das Ansprechen von fremden Personen. Sinn der Aktion war es, seine eigenen Grenzen zu erkennen und darüber hinauszuwachsen. Zur Aktion gehörten auch wichtige Persönlichkeiten der Stadt, zu denen auch Passanten befragt werden mussten.
Und es ging weiter mit dem Dialekt oder den Tieren in unserer Heimat sowie mit Bräuchen und Traditionen. Zu allem und vor allem zur fränkischen Heimat gehört auch das Essen, aber nicht nur fränkisches Essen brachten die Teilnehmer auf den Tisch. Da es um Heimat ging, gab es auch Gerichte von Schülern aus anderen Ländern.
Ein neue Erfahrung machten die Kinder auch mit dem Thema: "Viele Kinder auf der Welt müssen auf der Straße leben", denn dazu mussten sie sich in die Lage von Straßenkindern versetzen. Mit verschiedenen Aktionen (wie Musizieren, Süßigkeiten oder Gute-Wünsche-Karten verkaufen) wurde Geld für die Straßenkinder der Welt gesammelt, unterstützt von der Hilfsorganisation "terre des hommes".