Vor dem Sporthaus Hoffmann sollen zwei weitere Gebäude mit Sportartikelgeschäften entstehen.
Aufhorchen ließ in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend ein Antrag auf Vorbescheid der Speedy-Balls Sportanlagen GmbH zum Neubau eines Gebäudes mit zwei Einzelhandels- und zwei Büroeinheiten an der Zeppelinstraße. Dabei handelt es sich um das Grundstück hinter dem Umspannwerk
Herzogenaurach Nord, entlang der "Haundorfer Straße". Geplant sind zwei weitere Shops für Sportbekleidung.
Für die vom Bauherren vorgesehene Bebauung der Grundstücke könne das Einvernehmen in Aussicht gestellt werden, erläuterte Bürgermeister German Hacker und erklärte: "Wir sind nun mal eine Sportartikelstadt". Der Plan beinhaltet zwei Läden für Sportbekleidung mit jeweils 777 Quadratmetern Verkaufsfläche, zuzüglich der dazugehörigen Lagerflächen sowie Büroeinheiten.
Diese Größe sei zulässig, erklärte der Bürgermeister in der Sitzung. Das Bauvorhaben entspreche den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Ein Verstoß gegen ein für die
Innenstadt relevantes Sortiment werde von der Stadt nicht gesehen, sagte Hacker.
Was ist zentrenrelevant?
In dem dortigen eingeschränkten Gewerbegebiet an der Zeppelinstraße ist "Einzelhandel mit nicht zentrenrelevanten Sortimenten" zulässig. Das bedeutet im Grunde, dass man dort "alles, was sperrig" ist, verkaufen darf, erläuterte Susanne Strater vom Planungsamt der Stadt anderntags auf Anfrage des FT. Dazu zählen Fahrräder oder Teppiche zum Beispiel, aber auch Elektrogroßgeräte oder Campingartikel. Ein Angebot hingegen, das man mit der Einkaufstüte mitnehmen kann, werde im Grunde aber ausgeschlossen, da es das eben auch im Stadtzentrum gibt. Ergo: Sportartikel wären demnach eigentlich eher als zentrenrelevant zu betrachten.
Dennoch sieht die Verwaltung in dem vorliegenden Fall keinen Grund abzulehnen. Zum einen handelt es sich laut Strater um eine Erweiterung des bestehenden Sporthauses, dem man nicht im Wege stehen will. Zum anderen spiele in der Innenstadt ein Sportartikelsortiment keine Rolle mehr, so dass auch deshalb kein Konflikt gesehen werde. Die Outlets finden sich bekanntlich allesamt am Stadtrand wider.
Spezialfall Herzogenaurach
Genau das ist auch der Punkt, der in der Stadt der Sportartikelfirmen unterschiedlich betrachtet werden müsse als anderswo, sagte Bürgermeister Hacker gegenüber dem FT. "Das ist der Spezialfall Herzogenaurach". Sportartikel seien hier ein Kerngeschäft und von daher "beim besten Willen nicht zentrenrelevant", sagte Hacker. Man habe am Stadtrand rund 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Sport. Das beabsichtigte Vorhaben sei da eher kleinteilig.
Wie Hacker in der Sitzung weiter erläutert hatte, wären im Zusammenhang mit dem Neubau eine Rechtsabbiegespur und eine Verlegung des Gehweges an der Zeppelinstraße sinnvoll. Mit dem Vorschlag von Kurt Zollhöfer (CSU), die Trafostation an der Ausfahrt der Zeppelinstraße zu versetzen, konnte sich der Bürgermeister aber nicht anfreunden. Zollhöfer sah darin die Gelegenheit, eine großzügigere Ausfahrt aus dem Parkplatz vom Marken-Outlet Sport Hoffmann bauen zu können.
"Da kann man nicht einfach den Stecker ziehen und die Station ein paar Meter weiterrollen", entgegnete der Bürgermeister schmunzelnd. Zum einen hänge an der Station das gesamte dortige Gewerbegebiet und zum anderen verlaufen im Untergrund unzählige Versorgungsleitungen. Allerdings könnte der dortige Gehweg hinter der Trafostation vorbei geführt und der vorhandene Gehweg zur Rechtsabbiegespur umgebaut werden, meinte Hacker.
Eine höhere verkehrliche Belastung sieht die Verwaltung durch die zwei Läden nicht. Bis das Projekt realisiert wird, sei auch der Olympiaring durchgehend fertig. Eine Kollision mit dem geplanten Bürogebäude von Puma sei ebenfalls ausgeschlossen, da die Outlets überwiegend am Wochenende stark frequentiert würden.
Richard Sänger und Bernhard Panzer