"Die große Reise" nennt das Ehepaar Tanja und Denis Katzer aus Schwaig bei Nürnberg seine Expeditionsreise. In den letzten 23 Jahren legten beide 325 000 Kilometer zurück.Nun waren die Abenteurer zu Besuch in der Realschule Höchstadt und nahmen die staunenden Schüler der 10. Klassen in Wort und Bild mit auf ihre kaum vorstellbaren Reisen und Abenteuer.

Gemächlich durch die Wüste

Schon 1991 hatte die große Reise begonnen. Von Deutschland aus ging es über Österreich, Italien, Griechenland nach Ägypten. Dort machten sie das erste Mal Bekanntschaft mit Kamelen und diese "schaukelten" sie gemächlich durch die Wüste. Weiter zog es sie durch den Golf von Akaba nach Jordanien, Syrien, in die Türkei und in den Iran, nach Indien, Sri Lanka, Pakistan, West-China, Tibet, Nepal, Australien, in die Ukraine, auf die Halbinsel Krim und nach Sibirien.
"Wir können natürlich heute nur einen Ausschnitt zeigen und deswegen beschränken wir uns auf unsere Erlebnisse in der Mongolei, dem Anfang der Welt.", so Denis Katzer zu Beginn der Show. Leman Uysal, Deutschlehrerin und Koordinatorin für Lesungen an der Schule, hatte das Ehepaar auf der Frankfurter Buchmesse kennengelernt. "Und da dachte ich, das wäre mal was für unsere Schüler hier.", verriet sie dem FT. Und Recht hatte sie. Denis Katzer schwer verletzt, bekam einst den Tipp, zur Gersundung nach Asien zu gehen. Bangkok fand er faszinierend, plötzlich hatte ihn der Reisevirus erfasst. Eigentlich utopisch, denn dazu ist ja Geld nötig. "Ihr könnt alles schaffen, was ihr euch vornehmt, wenn es einigermaßen realistisch ist", ermutigte er die jungen Zuhörer. "Wenn etwas Spaß macht, schafft man es!" In den folgenden Bildern, Filmen und auch Erzählungen konnten die gebannten Zuhörer die "Wilde Freiheit" in der Mongolei fast selbst spüren. Die Schilderungen vom Leben am Anfang der Welt zwischen uraltem Schamanismus und Brauchtum bei minus 50 Grad bis plus 40 Grad - am Limit des menschlich Machbaren - in der Mongolei bei den letzten tuwinischen Rentiernomaden gingen allen unter die Haut. Heulende Wölfe, knackende vereiste Seen, das Leben in einer Nomadenjurte, kaum vorstellbar für die gebannten Zuhörer.

Den Pausegong vergessen

Überleben bedeute acht bis zehn Stunden harte Arbeit am Tag: Holz heranschaffen und hacken, Brot backen, Fleisch richten. Von Freundschaft, die erst echt ist, wenn man für den anderen da ist, wenn er Hilfe braucht, wo jeder Fehler in der Kälte tödlich sein kann, von Unfällen und mehr, erfuhren die begierig lauschenden jungen Leute. Der Pausegong war vergessen.
"Das war ein total spannender und aufregender Vortrag. Unglaublich, was die beiden alles gemacht haben", schwärmte Anna Maria. "Das war mal was ganz anderes als die Lesungen in den Jahren davor, viel aufregender. Es ist kaum vorstellbar, was die Katzers da erlebt haben", fand Sina. "Das sind coole Reisen, richtig inspirierend" meinte Tim. "Auch dass Herr Katzer uns vom Wert des positiven Denkens erzählte und dass man alles im Leben schaffen kann, was man sich vornimmt, dass man auf sich selbst hören soll, das hat mich voll motiviert. Und auch dass eine gute Ausbildung das Gold unseres Lebens ist, hat nicht nur mich zum Nachdenken angeregt.", fuhr er fort.