Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie (SPD), diskutierte am Montagnachmittag in der Erlanger Begegnungsstätte "Wabene" mit Energieexperten und lokalen Politikern über die Energiewende. Von der örtlichen SPD nahmen unter anderem Christian Pech, SPD-Kandidat für das Amt des Landrats, und Florian Janik, SPD-Herausforderer für das Erlanger Oberbürgermeisteramt, an der Veranstaltung teil. Als lokale Energieexperten diskutierten Wolfgang Geus, von den Erlanger Stadtwerken, Peter Weierich von der "Bürgergenossenschaft Energiewende Erlangen-Höchstadt" und Johannes Karl von der Initiative "Energiewende ER(H)langen" mit.

Zentraler Punkt der Debatte: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das im Moment auf Drängen der EU-Kommission überarbeitet wird.
"Wir müssen ein zustimmungsfähiges Gesetz hinbekommen, sonst gibt es bald gar kein EEG mehr", warnte Gabriel Kritiker, die eine Aufweichung der Energiewende durch eine Reform befürchten.

Schon vor der Veranstaltung machten rund 30 Energiewendebefürworter mit Plakaten auf ihre Positionen aufmerksam. "Kein Deckel für Sonne und Wind", war dort zu lesen. Eine Gabriel-Figur aus Pappe rückte einem Windrad gefährlich nahe. Die Befürchtung der Protestierenden: Die Energiewende werde von den Großkonzernen verwässert. Gabriel verteidigte die Reform des EEG: In seiner jetzigen Form sei es in der EU "nicht notifizierungsfähig".

Zudem sei das Gesetz ein "Dickicht an Förderungen". Man müsse außerdem aufpassen, "dass es bei der Energiewende keine Endsolidarisierung gibt", sagte Gabriel mit Blick auf die EEG-Umlage. Profiteuere der Förderung von Photovoltaikanlagen seien Hausbesitzer und Grundstückseigentümer. Zahlen allerdings würden über die Umlage die Mieter.

OB-Kandidat Janik (SPD) verdeutlichte dem Minister die Situation der Kommunen: " Wir brauchen vom Bund planerische Sicherheit." Für kommunale Investitionen in Blockheizkraftwerke schlug Janik einen Anschluss- und Benutzungszwang für Neubaugebiete vor.

Auf die Frage, ob Bayern Abstände von Windrädern zu Wohngebieten unabhängig entscheiden sollte, blieb Gabriel gelassen: "Ich kann keine demokratisch in Wahlen entstandene Entscheidung umkehren." Hierfür gebe es in der bayerischen Verfassung andere Instrumente, spielte Gabriel auf die Möglichkeit eines Volksbegehrens an.