Es war im November, als bei der Förder- und Werbegemeinschaft (Föwe) dunkle Wolken aufzogen und die Gemeinschaft der Geschäftsleute kurz vor dem Kollaps stand. Der langjährige Vorsitzende hatte sein Amt abgegeben, ein Nachfolger wollte sich aber nicht finden. Erst nach langen Versuchen, doch noch wenigstens einen halben Vorstand auf die Beine zu stellen, konnte eine drohende Auflösung des Vereins abgewendet werden. Auch die Vertreter der Stadt konnten durchatmen.

Heiko Dilger kann heute darüber entspannt lächeln. Der Wirt des "Turmkämmerla" hatte sich damals bereit erklärt, wenigstens den stellvertretenden Vorsitz zu übernehmen - als einziger Neuer im Team übrigens. Damit blieb die Föwe geschäftsfähig und war in der Lage, einen Neuaufbau zu beginnen. Und man konnte beim kurz darauf anstehenden Lebendigen Adventskalender der Stadt bereits zeigen, dass man weiter präsent und aktiv ist. Trotz aller Unkenrufe, dass sich nach dem Abschied von Michael Dassler (18 Jahre Vorsitzender) wohl keiner mehr finden würde.


Neuwahlen stehen an

Indes, es fehlen immer noch zwei Leute im Fünfer-Vorstand. Denn die Posten des Ersten und Dritten Vorsitzenden blieben nach der Wahl im November vakant. Das soll nun nachgeholt werden, um Ostern herum soll die Neuwahl angesetzt werden. Man hat drei Wochen Ladefrist, also noch etwas Zeit, einen genauen Termin zu finden. Bei dem sich die erforderlichen Personen auch finden lassen. Heiko Dilger, der augenblicklich neue Mann an der Vereinsspitze, zeigte sich im FT-Gespräch zuversichtlich: "Wir werden sie zusammenbringen."

Es sind aber nicht nur die Gespräche mit möglichen Kandidaten, die die Dreierspitze im Verein zur Zeit beschäftigen. Neben Dilger waren auch noch Markus Burkhardt (Kassier) und Hedwig Röttger (Schriftührerin) gewählt worden. Denn das Leben im Verein, und vor allem auch die Planungen der bevorstehenden Events, laufen ja weiter. Sehr aktiv ist da Erik Lorite-Schmitt, der bei Herzo City, der Gesellschaft des Vereins, als Projektassistent im Bereich Eventmanagement angestellt ist.

Mitten in den Vorbereitungen steckt das Team für die ersten beiden Aktionen im April und Juni. Am 30. April findet in Hauptstraße und Steinweg zum sechsten Mal ein "Ramadama" statt. Dabei handelt es sich um einen Flohmarkt für Geschäftstreibende, bei dem die Läden ihren Trödel anbieten können. An diesem Tag wird die Innenstadt ohnehin voller Besucher sein, denn die Stadt veranstaltet ihre Fahrradmesse. Und im Weihersbach ist am gleichen Tag, einem Samstag, der Frühjahrs-Flohmarkt.


Vorsicht und Geduld

Die Werbegemeinschaft selbst möchte an diesem Termin in die Offensive gehen. "Wir haben einen Stand mit Kaffee und Kuchen", sagt Dilger. Man wolle der Bevölkerung anbieten, mit dem bis dahin neu gewählten Vorstand und den Mitgliedern ins Gespräch zu kommen. "Wir wollen künftig mehr Gemeinschaft", sagt der stellvertretende Vorsitzende. "Wir wollen präsent sein."

Das haben die Verantwortlichen ja auch beim Lebendigen Adventskalender und Weihnachtsmarkt gemacht, und es sei gut angekommen. "Back to the Roots", nennt Dilger die Marschrichtung. Man will wieder im Kleinen anfangen, sich der Öffentlichkeit zeigen. Und den Neuaufbau vor allem mit Vorsicht und Geduld angehen. "Das wichtigste", so der Gastronom, "ist es zu zeigen, dass die Föwe noch da ist". Und dass man auch fortan die großen Events anbietet, gemeinsam mit der Stadt.

Für diese Veranstaltungen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, ergänzt er. Am 24. Juni ist das zweite Event, das Nachtshopping. Klingt das Ramadama noch eher als Selbstläufer, ist die Fördergemeinschaft da schon richtig gefordert. Zumal es das zehnte Nachtshopping ist und man dieses Jubiläum besonders gestalten möchte. "Wir haben ein paar Überraschungen mit eingeplant", sagte Projektassistent Lorite-Schmitt und verschwand nach dem FT-Gespräch in Richtung Rathaus, um dort bereits weitere Einzelheiten abzusprechen. Mehr zu der Gestaltung der zuletzt als "Weiße Nacht" bekannt gewordenen Abendveranstaltung in der Innenstadt wollten die beiden noch nicht verraten. Das Grundkonzept stehe jedenfalls.


Mittelalterfest

Drittes und vom Publikumszuspruch größtes Event ist das Mittelalterfest am 30. und 31. Juli. Auch hier sei man schon mitten in den Planungen. Und auch über den Lebendigen Adventskalender, gepaart mit dem Weihnachtsmarkt, mache man sich schon jetzt Gedanken. Der Markt startet heuer übrigens am ersten Tag des Adventskalenders, dem 1. Dezember. Bei all den Events wolle man dazu beitragen, stetig die Qualität zu verbessern.

Ein Kind der Föwe allerdings hat man in den Tiefschlaf geschickt: das Schaufenster. Auf die Veröffentlichung dieser eigenen Publikation, ein Anzeigenheft, hatte man schon zum Jahresende verzichtet. Es soll wieder zu neuem Leben erweckt werden, sagte Dilger. Aber der Zeitpunkt und auch das "Wie" seien noch nicht geklärt. Noch befindet sich die "neue" Föwe in der Zeit der Findung. Dilger: "Wir lassen es langsam angehen."


Stadt unterstützt

Für Judith Jochmann, die Stadtmarketingchefin im Herzogenauracher Rathaus, ist die Föwe nach wie vor eine bedeutende Interessengemeinschaft in der Stadt. Man stehe auch weiterhin im engen Austausch, nicht nur bei den gemeinsamen Veranstaltungen. Veränderungen und ein Moment zum Innehalten seien grundsätzlich positiv zu betrachten, sagte Jochmann. Zumal man sich bewusst sein müsse, dass die Herausforderungen in der heutigen Zeit steigen.

Ebenso wichtig sei es, dass der neue Vorstand sich der Unterstützung der Mitglieder sicher sein könne. "Die Gemeinschaft braucht Mitstreiter, braucht die Aktivität der Mitglieder", sagt Jochmann.