Viel zu eng und nicht mehr zeitgemäß geht es in den Hallen der Höchstadter Stützpunktwehr zu. Hinter den Feuerwehrfahrzeugen stehen Anhänger, Lichtgiraffen und ein Boot. Die Waschhalle wird zum Abstellen von Einsatzfahrzeugen zweckentfremdet. Für die zehn Feuerwehrautos und sechs Hänger reicht der Platz hinten und vorne nicht mehr. Doch schon bald wird alles besser. Am Freitag wurde Richtfest am Erweiterungsbau gefeiert.

Wenn schon erweitert wird, dann gleich richtig. Auch wenn sich das die Stadt einiges kosten lassen muss. Wie Bürgermeister Gerald Brehm (JL) vor dem Rohbau aus Beton-Fertigteilen erklärte, werde die Stützpunktwehr damit "fit für die Zukunft" gemacht.

167.000 Euro Zuschuss

Auf knapp eine Million Euro sei die Erweiterung veranschlagt, darauf bekomme die Stadt 167.000 Euro Zuschuss.
Brehm lobte seine Feuerwehr: Bei über 5000 ehrenamtlichen Stunden im Jahr und einer Abrufbereitschaft am Tag und in der Nacht sei jeder Euro in die Feuerwehr sinnvoll investiert.

Was vor einigen Jahren als Garagenanbau diskutiert wurde, hat jetzt beeindruckende Ausmaße angenommen. Wie der Höchstadter Planer Gerald Reinhardt erläuterte, wurden mit der Erweiterung 500 Quadratmeter Fläche überbaut und 4500 Kubikmeter Raum geschaffen. Das Besondere an der Halle: Sie kommt ohne Stützpfeiler aus, hat eine lichte Höhe von vier Meter, zwischen den Fachwerk-Bindern aus Stahl sogar 5,80 Meter. Er habe die Vorgaben von Feuerwehr und Stadtverwaltung umgesetzt, sagte Reinhardt.

Eigener Hydrant

Weil in der neuen Halle eine Fläche von 23 mal 22 Meter frei überspannt wird und sie sogar einen eigenen Hydranten bekommt, soll sie auch für Übungen genutzt werden, die dann im Winter nicht mehr im Freien stattfinden müssen.

Insgesamt sind in der Halle sechs zwölf Meter lange und 4,50 Meter breite Stellplätze ausgewiesen. Dazu kommen Toiletten, ein behindertengerechtes WC und ein Raum für die Haustechnik.

Als unbegründet erwies sich die Angst, auf dem Baugrund könnten Altlasten zu Tage treten. Aber die noch im Boden vergrabenen Tanks der ehemaligen Tankstelle hätten laut Planer Reinhardt noch nicht geleckt.

Auch für stellvertretenden Kommandanten Rudi Löhnert geht mit dem Erweiterungsbau ein langer Wunsch in Erfüllung, der auch die Attraktivität der Wehr steigert. Schließlich sei es immer schwieriger, jungen Nachwuchs zu bekommen.

Die 110 Aktiven der Höchstadter Wehr leisten mit ihren zehn Fahrzeugen und sechs Anhängern an die 200 Einsätze im Jahr.