Warnung vor herabstürzenden Fassadenteilen: Studierende stellen miserables Zeugnis für FAU aus

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Viele Mängel an FAU Erlangen-Nürnberg
Mängel an FAU Erlangen-Nürnberg: Die Studierendenvertreterin spricht von einem "unwürdigen Zustand".
Viele Mängel an FAU Erlangen
privat
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Mängel an FAU Erlangen-Nürnberg: Die Studierendenvertreterin spricht von einem "unwürdigen Zustand".
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Mängel an FAU Erlangen-Nürnberg: Die Studierendenvertreterin spricht von einem "unwürdigen Zustand".
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Mängel an FAU Erlangen-Nürnberg: Die Studierendenvertreterin spricht von einem "unwürdigen Zustand".
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Die FAU Erlangen-Nürnberg ist laut der Studierendenvertretung in einem "unwürdigen Zustand". "Baufällige Gebäude" und "PCB-Belastung" seien Dauerzustand in den Gebäuden, während einige Kilometer weiter eine neue Uni gebaut wird. Das Staatsministerium weist die Vorwürfe ab.

  • FAU Erlangen-Nürnberg in "unwürdigem Zustand": Universität mit "baufälligen Gebäuden" und "PCB-Belastung"
  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sanierungsbedürftig: "Dass es überhaupt so weit gekommen ist"
  • Studierendenvertretung der FAU macht Bayern verantwortlich: Bayerisches Staatsministerium weist Vorwürfe von sich
  • Bau der neuen Technischen Universität (TU) in Nürnberg - "Aus Studi-Sicht ist das nicht nachvollziehbar"

"Dass es überhaupt so weit gekommen ist", drückt Luisa Weyers von der Studierendenvertretung der FAU Erlangen-Nürnberg ihr Unverständnis aus. Die Gebäude der renommierten Universität seien "baufällig", einige seien wegen Schadstoff-Belastung von schwangeren Studierenden nicht mehr betretbar. "Das ist frustrierend", sagt Weyers. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ist sich der Problematik durchaus bewusst, weist die Vorwürfe jedoch zurück.

FAU Erlangen-Nürnberg baufällig: "Die halten nicht mehr lange durch"

"Bei vielen Gebäuden wusste man schon lang, dass die nicht mehr lange durchhalten", weiß Weyers. "Die Alternativgebäude werden jedoch nicht rechtzeitig fertig, weswegen man jetzt notsanieren muss, damit man überhaupt noch die Leute unterbringt." Schuld gibt die Studierendenvertretung "ganz klar der Bayerischen Regierung", die sich viel zu spät um die Problematiken gekümmert habe. Einige Gebäude entsprächen beispielsweise nicht mehr den Brandschutzregelungen.

"Bei Präsenzlehre muss dann immer ein Sicherheitsdienst vor Ort sein, damit der Brandschutz gewährleistet ist und man das Gebäude überhaupt benutzen darf", kritisiert Weyers. Die philosophische Fakultät habe außerdem ein Problem mit Schadstoff-Belastung: "Die PCB-Belastung macht es vor allem für schwangere Studierende oder Mitarbeitende schwierig. Denen wird aktuell sogar davon abgeraten, das Gebäude zu betreten", weiß Weyers. "Es ist einfach schwierig, sich vorzustellen, dass an einer deutschen Universität im 21. Jahrhundert all das gleichzeitig vorkommen kann."

Das zuständige Ministerium weiß von den Problemen der Universität: "Nicht mehr in jedem Fall entsprechen der Gebäudebestand und die Anmietungen den Erfordernissen", erklärt Pressesprecherin Bianca Preis auf Anfrage von inFranken.de. Man verfolge die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen sowie die notwendigen Neubauten mit Nachdruck, man sei jedoch von einer deutlich früheren Fertigstellung ausgegangen. Die Verzögerungen sowie Verschärfung der Brandschutzbestimmungen machten nun jedoch die Notfallsanierungen notwendig. Zur PCB-Belastung schreibt das Ministerium: "Der Interventionswert zur Schadstoff-Belastung ist bisher in keinem Fall überschritten worden."

Neue TU Nürnberg trotz Baufälligkeit der FAU: "Nicht nachvollziehbar"

Während die FAU Erlangen-Nürnberg wegen Verzögerungen notsaniert werden muss, wird soll bis 2025 in Nürnberg die neue TU fertiggestellt werden. Alle Details zur neuen Universität gibt es auf inFranken.de. "Wie und warum ein Bundesland, das es nicht einmal schafft, die bestehenden Unis in einem würdigen Zustand zu erhalten, jetzt noch eine Universität braucht, ist aus Studi-Sicht nicht nachvollziehbar", sagt Weyers. "Wenn sie jetzt schon nicht in der Lage sind, dafür Sorge zu tragen, dass den Leuten vielleicht nicht irgendwann die Decke auf den Kopf fällt."

"Das Geld reicht jetzt schon hinten und vorne nicht. Wenn jetzt noch eine neue Uni kommt, wird es eben auch nicht besser", sagt Weyers frustriert. "Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann, dass man keine Steuergelder für eine neue Universität verwendet, sondern sich erstmal um die Unis kümmert, die es schon gibt." Dreizehn aktuelle Baumaßnahmen hält das Ministerium diesem Vorwurf entgegen. "Insgesamt wird der Freistaat rund 1,5 Milliarden Euro in den kommenden Jahren investieren", schreibt das Staatsministerium.

Den Vorwurf, der Bau der neuen TU komme der FAU in die Quere, weist die Pressesprecherin ab: "Die Projekte TU Nürnberg einerseits und FAU andererseits kollidieren in keiner Weise, sondern stehen unabhängig voneinander." Von Anfang an sei durch politische Zusagen sichergestellt, dass die Errichtung der TU nicht zulasten der bestehenden Hochschulen gehen wird. "Bisher hat sich aber leider trotzdem wenig getan", erläutert Weyers ihre Eindrücke an der FAU. "Man hat das Gefühl, vergessen zu werden. Das führt zu einer grundsätzlichen Unzufriedenheit." Sie hoffe, dass sich die Zustände der bayerischen Bildungspolitik und speziell an der FAU Erlangen-Nürnberg bald bessern.