Bunt zu ging es am Samstag in Höchstadt. Auf dem Festivalgelände neben dem Freibad fand erstmals ein Holi-Fest statt. Mehr als 1000 junge Menschen kamen im Lauf des Tages zusammen, um sich nach indischem Vorbild mit farbigem Puder zu bewerfen.

Im Gegensatz zur indischen Variante, die Teil der dortigen Religionsausübung ist, beruht das Festival in Deutschland auf rein kommerziellen Überlegungen. Hierzulande findet es seit 2012 auf abgesperrten Freiluftarealen statt und neben Eintrittsgeldern um die 10 Euro muss noch Geld für entsprechende Lebensmittelfarbe aufgewendet werden.

Wer das Gelände auch nur für wenige Minuten verlassen wollte, musste in Höchstadt dann sogar so genannten "Wiedereintritt" in Höhe von fünf Euro bezahlen. "Wir möchten auf diese Weise Stau im Eintrittsbereich und den Konsum von Fremdalkohol verhindern", rechtfertigt Lion Heuschkel von der Diskothek Puls diese Regelung.
Für Janina und Claudia aus Erlangen ist es das Geld aber wert. "Wir haben schon so viele Bilder von den Festivals in anderen Städten gesehen und wollten das Spektakel nun selbst endlich einmal miterleben", berichten die jungen Frauen. Von dem "Fest der Farben" erwarteten sie eigenen Angaben zufolge vor allem eins: Spaß.
Immer zur vollen Stunde gab es dann ab dem frühen Nachmittag einen Countdown. Die anfangs noch recht überschaubare Menge jubelte und zählte herunter: "drei, zwei, eins". Hunderte Menschen schleuderten dann auf Kommando ihre Plastiktütchen mit dem bunten Farbpulver in die Luft und tanzten ausgelassen zu aktuellen Discobeats.

Auch Sebastian und Patrick aus Neuhaus waren dabei. "Wenn das Fest schon mal hier in der Nähe ist, darf man sich das nicht entgehen lassen", fand der 26-jährige Sebastian und spiegelte damit die Meinung der meisten Festivalbesucher wider. Für Organisator Lion Heuschkel ist aber auch eins klar: "Holi ist eine Modeerscheinung, die vermutlich genauso schnell wieder verschwinden wird, wie sie kam." Zumindest für den Moment konnte man jedoch auf den gewinnbringenden Holi-Zug aufspringen.