• Erlangen: Forscherteam kommt bei Tankrabatt-Studie zu erstaunlichem Ergebnis
  • Wissenschaftler sprechen von "Trugschluss" in öffentlicher Debatte
  • Tankrabatt sei "vollständig an Endverbraucher weitergegeben" worden 

Aufgrund der stark steigenden Energiepreise beschloss die Bundesregierung am 01. Juni 2022 die Einführung des sogenannten "Tankrabatts". Durch eine Reduzierung der Energiesteuer soll dieser dazu führen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher am Ende an der Zapfsäule weniger zahlen müssen. Um herauszufinden, wie viel vom Tankrabatt tatsächlich bei Endverbraucherinnen und -verbrauchern ankommt, hat das Team aus Forschenden der FAU um Prof. Dr. Jonas Dovern vom Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie eine Vergleichsstudie durchgeführt. Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Universität jetzt in einer Pressemitteilung.

Erlanger Forscher untersuchen Auswirkungen von Tankrabatt - wie viel wurde an der Zapfsäule weitergegeben?

Ziel war es demnach herauszufinden, "ob und in welchem Umfang Mineralölkonzerne die Steuersenkung an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben und inwiefern sich der Tankrabatt so auch auf den Geldbeutel von Autofahrerinnen und Autofahrern auswirkt", heißt es in der Pressemitteilung der Uni Erlangen.

Dafür zogen die Forschenden im ersten Schritt Daten von Juni 2020 bis zur Einführung des Tankrabatts am 01. Juni 2022 heran, um auf deren Basis einen Durchschnittspreis für Spritpreise in Deutschlands Nachbarländern zu berechnen. Diese Preise verglichen sie dann mit der Entwicklung des wöchentlichen Durchschnittspreises an deutschen Tankstellen. 

"Für den Zeitraum seit dem Beschluss des Tankrabatts konnten sie den Effekt auf die Preise an Tankstellen dann über den Vergleich der Dynamik der Spritpreise in Deutschland mit der in den Nachbarländern abschätzen", erklärt die Uni Erlangen.

 Forscher liefern Erklärung für "Trugschluss" bei den Spritpreisen 

Vor dem Hintergrund der immer weiter steigenden Spritpreise dürften die Ergebnisse bei vielen Verbraucher*innen Verwunderung auslösen. Das Forscherteam der FAU fand nämlich heraus, "dass entgegen den im Vorfeld geäußerten Befürchtungen und dem Anfang Juni herrschenden allgemeinen Eindruck die temporäre Energiesteuersenkung auf Kraftstoffe vollständig an die Endverbraucherinnen und Endverbraucher weitergegeben wurde".

Die Erlanger Wissenschaftler*innen liefern auch gleich eine mögliche Erklärung für den "im öffentlichen Diskurs zu hörenden Trugschluss", wonach der Rabatt nicht weitergegeben worden wäre.

Das hinge wahrscheinlich damit zusammen, dass die Kraftstoffpreise Anfang Juni in Europa allgemein gestiegen seien, sodass der Preisrückgang an den Tankstellen in Deutschland absolut gesehen weniger stark war als die Steuersenkung