• Uni Erlangen: Forscher arbeiten an Impfstoff ohne Spritze 
  • Coronavirus könnte bei Eintritt in Körper neutralisiert werden
  • Impfung per Mund- oder Nasenspray: Niedrigeres Infektionsrisiko für Geimpfte erhofft
  • Erste entscheidende Erkenntnisse durch Versuche an Mäusen

Forschende um das Team von Professor Klaus Überla und Professor Matthias Tenbusch am Lehrstuhl für Klinische und Molekulare Virologie an der FAU Erlangen-Nürnberg forschen derzeit an einem Corona-Impfstoff, der als Mund- oder Nasenspray verabreicht wird. Durch die Impfung ohne Spritze könnten direkt in den Schleimhäuten lokale Antikörper gebildet werden, die Viren direkt beim Eintritt in den Körper neutralisieren und so das Infektionsrisiko senken, heißt es in einer Pressemitteilung der Uni. 

Erlanger Forscher wollen mit Spezial-Impfung Infektionsrisiko auch für Geimpfte senken

Schon in der ersten Förderphase im Herbst 2020 konnten die Forscher*innen nachweisen, dass Mäuse, die eine über die Nase verabreichte Booster-Immunisierung erhielten, lokale Antikörper in den Nasenschleimhäuten entwickelten, heißt es. Dieser Effekt sei bei Impfungen, die in den Muskeln verabreicht werden, weniger effizient. „Wir konnten nun zeigen, dass dieser Schutz in der Schleimhaut der Atemwege am besten durch eine Kombination von Impfungen zu erreichen ist", so Überla. Im Rahmen des Forschungsprojekts werde der mRNA-Impfstoff zunächst in den Muskel injiziert, der zweite – ein viraler Vektorimpfstoff – werde später direkt auf die Schleimhaut gegeben.

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"Nun geht es darum, die immunologischen Mechanismen hinter dieser Art Impfung zu verstehen und herauszufinden, ob diese Methode auch effizienter gegen neue Virusvarianten wie Omikron schützen kann", wird Projektleiter Tenbusch zitiert. Das Team teste die Methode mit unterschiedlichen Impfstoffen. Außerdem soll in einer klinischen Studie herausgefunden werden, ob die Impfung auch als Mundspray funktioniert. Das Team wolle erforschen, welche Faktoren zusammenspielen müssen, damit das Immunsystem bestmöglich gegen Infektionen reagiert und wie man diesen Zustand durch Impfungen herstellen könne.

"Diese neue Form, den Impfstoff zu verabreichen, könnte das Infektionsrisiko unter Geimpften deutlich reduzieren und auch die Gefahr senken, dass geimpfte, infizierte Personen das Virus unbemerkt weitergeben", so Überla.

Erlanger Mundspray soll Coronavirus frühzeitig abfangen - "an der Eintrittstelle"

Impfungen haben laut Überla einen doppelten Nutzen: Sie schützten einerseits die geimpfte Person vor einer schweren Erkrankung, andererseits könnten Impfungen aber auch eine Infektion verhindern und so die Virusübertragung in der Bevölkerung reduzieren.

„Für diesen Effekt ist es wichtig, das Virus möglichst an der Eintrittsstelle in den Körper abzufangen. Dazu bedarf es beim Corona-Virus einer Immunantwort direkt in der Schleimhaut der Atemwege“, so Überla. 

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