• Unverpacktladen "ZeroHero" in Erlangen muss endgültig schließen
  • Kunden bleiben wegen Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg aus 
  • "Die Leute sparen mehr": Inflation sei deutlich spürbar
  • Einkaufsverhalten der Bevölkerung habe sich verändert

Im September 2017 eröffneten Thomas Linhardt und Arthur Koenig in Nürnberg die erste Filiale ihres Unverpacktladens "ZeroHero". Bereits im August 2019 kam ein Ableger in Erlangen dazu. Zu Beginn stieß das umweltfreundliche Einkaufskonzept bei der Kundschaft auf große Resonanz, wie inFranken.de 2017 schilderte. 

Unverpacktladen "ZeroHero" in Erlangen schließt: Rettungsmaßnahmen fruchten nicht

Als es im März 2020 aufgrund von der Corona-Pandemie zum ersten Lockdown kam, ging es laut Thomas Linhardt mit dem Laden jedoch "rapide in den Keller". Der Geschäftsführer berichtete gegenüber inFranken.de Ende Februar 2022 von der ausbleibenden Kundschaft und den "existenziellen Sorgen". "Wir brauchen Kunden und Umsatz, sonst sieht's schlecht aus", erzählte Linhardt im Februar.

Obwohl die Besitzer verschiedene Rettungsmaßnahmen wie einen Aufruf auf Social Media, Click & Collect oder sogar einen Online-Shop mit Lieferdienst ins Leben gerufen haben, muss der Bio-Laden in der Hauptstraße 83 in Erlangen nun endgültig schließen. Die Maßnahmen hätten laut Linhardt nur kurzlebig Erfolg gebracht. Bis zu 80 Prozent sei der Umsatz im Vergleich zu 2019 eingebrochen. Gegenüber inFranken.de erzählt er jetzt, dass "nach 2,5 Jahren Krise die finanziellen Mittel am Ende" seien und er "die Reißleine ziehen" müsse. 

Während der Pandemie habe es angefangen, doch seit dem Ukraine-Krieg und der Inflation sei die Schließung für die Inhaber der einzige Ausweg. "Wir merken es an den Eiern, am Brot, an der Milch und am Käse - es wird einfach viel weniger Bio gekauft. Die Leute sparen mehr und kommen einfach nicht mehr zum kleinen Fachhandel", so Thomas Linhardt. "Das Einkaufsverhalten hat sich enorm verändert. Die Leute sind bequemer geworden und an den Lebensmitteln wird zuerst gespart." 

"ZeroHero"-Besitzer nennt Corona-Pandemie und Inflation als Ursache

"Die Profiteure von der Krise sind die großen Supermärkte oder die Bio-Ketten." Von Gesprächen mit anderen Besitzern von kleinen Bio-Läden wisse er, dass es bei anderen kleinen Läden auch sehr schlecht laufe und viele "sich kaum über Wasser halten" könnten. Er betont, dass das Problem nicht nur Unverpacktläden betreffe, sondern es mit vielen kleinen Läden "bergab" gehen würde. 

Wann genau der Unverpacktladen "ZeroHero" in Erlangen schließen wird, stehe noch nicht fest. Aktuell müsse man noch einen Nachmieter für das Objekt finden. Dann aber wird Erlangens erster Unverpacktladen endgültig seine Türen schließen. Der "ZeroHero" in Nürnberg würde jedoch weiter bestehen. 

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