Linhardt habe oft Kontakt mit seiner Kundschaft. Viele sagten: "'Ich muss ehrlich zugeben, ich komme wegen Corona nicht so oft zu euch. Ich gehe lieber zum Bioladen um die Ecke.‘ Anders als früher machen die Leute seltener Stadtbummel und kaufen nach dem Motto 'Einmal hin, alles drin' alles in ihrer Nähe. Kleine Läden sind die Leidtragenden", fasst Linhardt zusammen.
Online-Shop soll Umsätze bringen
Um dem Problem entgegenzuwirken, sei die Idee entstanden, einen Online-Shop zu eröffnen. "Wir wollen ihn schnellstmöglich starten, damit die Leute die Möglichkeit haben, vom Homeoffice aus online zu bestellen. Darauf setzen wir Hoffnung", so der Hobbykoch.
Zum einen sollten hierbei Stückartikel wie Seife oder Zahnbürsten versendet werden - mit Versandkartons, die die Betreiber seit Monaten sammelten. Zum anderen werde ein "Click-and-Collect"-Service angeboten, womit die Produkte fertig zusammengestellt im Laden abgeholt werden können.
"Wenn der Online-Shop nicht laufen sollte, wollen wir uns in acht Wochen ernsthafte Gedanken machen, ob wir einen oder beide Läden schließen. Bei uns ist es jetzt kurz vor knapp und es sind die letzten Hoffnungen, dass der Aufruf "ZeroHero" bei der Kundschaft noch einmal ins Bewusstsein ruft und sie wieder mehr in den Fachhandel gehen", erklärt Linhardt. Denn in Konkurrenz mit den Supermärkten leide der Fachhandel allgemein.
Zuspruch von Kundschaft tut gut - Hoffnung für "ZeroHero" noch nicht verloren
Nicht nur die vermehrte Online-Kaufverhalten setze den Betreibern zu. "Gerade gibt es bei unseren Produzenten massive Preiserhöhungen. Durch die Pandemie, Lieferschwierigkeiten und den Krieg kaufen wir die Artikel schon sehr hoch ein. Demnächst müssen wir die Preise nachziehen." So fair es eben ginge.
Was Linhardt und Koenig jetzt am meisten helfe, sei Aufmerksamkeit. "Auch wenn uns schon länger gibt, kennen uns viele noch nicht." Doch der Aufruf habe Wirkung gezeigt, gibt Linhardt zu verstehen: "Wir haben so viel Zuspruch Leuten bekommen, die uns gezeigt haben, dass sie hinter uns stehen. Das hat gut getan. Der Laden in Erlangen war daraufhin auch sehr gut besucht. Das hat uns optimistisch gestimmt, dass es für 'ZeroHero' zusammen mit unserer Kundschaft wieder besser wird."