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Erlangen: Grüne wollen weitere Werbebildschirme in der kompletten Stadt verbieten - "braucht niemand"


Autor: Clara Maria Wimmer

Erlangen, Donnerstag, 11. November 2021

Die grüne Stadtratsfraktion in Erlangen will, dass Werbebildschirme im kompletten Stadtgebiet nicht mehr genehmigt werden. "Fernseher im Dauerbetrieb, die niemand braucht", bezeichnet sie die Leuchtreklametafeln.
Die Grüne Liste in Erlangen fordert ein Ende der digitalen Werbeanlagen in der Stadt. Es sollen keine weiteren Genehmigungen ausgestellt werden und eine Überprüfung folgen.


  • Grüne Liste Erlangen will Ende digitaler Werbeanlagen - "Erlangen hat das nicht nötig"
  • Lichtverschmutzung, Energieverbrauch und Zerstörung des Stadtbildes: Grünen sehen Leuchtreklame kritisch
  • Antrag im Stadtrat: "Wir wollen, dass keine weiteren digitalen Werbeanlagen genehmigt werden!"
  • Nach schwerem Fahrradunfall: Forderung auf Überprüfung des Standortes an der Werner-von-Siemens-Straße

Die Grüne Liste in Erlangen fordert ein Ende der digitalen Werbeanlagen in der Stadt. Zumindest, dass keine weiteren genehmigt werden - "die sechs, die bereits genehmigt wurden, müssen wir jetzt akzeptieren", erklärt Stadträtin Kerstin Heuer (Die Grünen/Grüne Liste). "Aus unserer Sicht ist damit jedoch auch ein Schluss erreicht."

Grüne Liste Erlangen gegen Leuchtreklamen: "Erlangen hat das nicht nötig"

Die Grüne Liste in Erlangen sehe die digitalen Werbeanlagen aus vielen Gründen kritisch. "Die Tafeln sind im Prinzip große Fernseher im Dauerbetrieb, die niemand braucht", so Heuer. Außerdem verfüge heutzutage jeder Mensch über ein Smartphone und könne so alle Informationen beziehen.

Die Hauptkritik sehen Heuer und ihre Fraktion jedoch woanders: Jede einzelne Anlage und vor allem die Anlagen in der Summe seien aus ökologischer Sicht verurteilenswert. Neben dem hohen Energieverbrauch seien überdies die Lichtverschmutzung ein Problem sowie die Auswirkungen auf das Stadtbild. "Erlangen hat das nicht nötig", statuiert Heuer.

Deshalb fordert die Fraktion im Antrag einen Schluss für die digitalen Werbeanlagen: "Wir wollen, dass keine weiteren mehr genehmigt werden." In der alten Ratsperiode habe die Vorgängerfraktion "leider" zugestimmt, einen grundsätzlichen Prüfantrag für geeignete Standorte zu stellen. Daraus solle jedoch nicht folgen, dass Anlagen in beliebiger Anzahl genehmigt werden.

Nach schwerem Unfall: Grüne fordert Prüfung einer Leuchtreklame

Aus dem Antrag der Grünen Liste geht zudem hervor, dass eine Prüfung der digitalen Werbeanlage an der Werner-von-Siemens-Straße in Erlangen erfolgen soll. "Ende September hat sich dort ein schwerer Fahrradunfall ereignet, bei dem ein Fahrradfahrer von einem Auto erfasst wurde", sagt Heuer.

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Die Befürchtung sei nun, dass die Autofahrer:innen durch die auf den Reklamen laufenden Videos stärker abgelenkt seien, "und es dadurch zu mehr Unfällen kommt." Zwei der bisher sechs genehmigten Werbeanlagen seien zudem nur unter Vorbehalt genehmigt, "weil auch die Verwaltung eine Häufung von Unfällen befürchtet", so Heuer.

Zuletzt fordert die Grüne Liste ein Gespräch mit der Firma Ströer, die diese digitalen Werbeanlagen unterhält. "Wir haben um ein Gespräch gebeten, um über das Vertragswerk informiert zu werden und ein offenes und transparentes Gespräch über die Absichten der Firma und des Bürgermeisters zu sprechen." Man wolle sich noch in diesem Jahr treffen. "Es muss nicht sein, dass sich Erlangen hergibt, diese digitalen Werbeanlagen aufzustellen", hält Heuer von der Grünen Liste Erlangen abschließend fest.