Böhmisch-mährische Blasmusik, schmissige Märsche - weit gefehlt! Beim Kulturpicknick ließen die Stadtkapelle Höchstadt und der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr ganz andere Töne hören.

Das Wellenfreibad war dafür die ideale Kulisse. Dabei mussten sich die Besucher an diesem kühlen Sonntag nicht im Gras des Freibads niederlassen. Die Veranstalter hatten Bänke und Stühle aufgestellt und sorgten so für mehr Bequemlichkeit. Auf der Bühne vereint boten der Spielmannszug und die Stadtkapelle mit geschätzt mehr als 50 Musikern ein grandioses Bild. Vor allem als bei Einbruch der Dämmerung die vielen Lichter das parkartige Gelände in einen Zauberwald verwandelten. Die weißen Stämme der Birken leuchteten in Lila und Pink, die Bühne war mit einer Lichterkette in Szene gesetzt. Dazu noch eine "Rumba Romantica" - Herz, was willst du mehr!

Viele verschiedene Hits

"Unplugged", also ohne elektronische Verstärkung, wie die Kulturmanagerin der Stadt,Susanne Bayer bei der Begrüßung betonte, traten die Höchstadter Musiker vor ihr Publikum. Die Stadtkapelle unter der Leitung von Markus Koppmann und der von Evelyn Berier geleitete Spielmannszug wechselten sich mit einem abwechslungsreichen Programm ab. Ein musikalischer Streifzug durch Europa, der von der Stadtkapelle mit "Euro Celebration" eröffnet wurde, einem Werk, das Bezug nimmt auf das Zeitalter des Euros. Evelyn Berier setzte darauf mit "American Patrol" die Ausnahme von der Thematik. Laut Berier "der einzige Marsch des Abends", der noch dazu aus nicht-europäischer Feder stammt. Ob das von ihr als "Hit" angekündigte Stück "1980-F" von den Zuhörern tatsächlich erkannt wurde, bleibt dahingestellt. Jedenfalls war es Titelmelodie zahlreicher Radio- und Fernsehsendungen.

"Johnny Small" hingegen war jedem Kind bekannt. Die Stadtkapelle zeigte musikalisch viele "Gesichter" des kleinen Hänschens auf. Denn bei dem Stück und seinen Variationen handelte es sich ganz einfach um das bekannte Kinderlied "Hänschen klein". Nach der Eröffnung mit Trompete, Posaune und Schlagwerk gesellten sich zum kleinen Hänschen Flöten, Saxophon und Hörner. Am Ende überraschte das Stück mit einem leicht jazzigen Sound.

Dass der Feuerwehr-Spielmannszug zum Samba-Tanzen einlädt, dürfte ebenso ungewöhnlich sein wie sein "Moonlight Shadow". Wobei von Mondlicht zunächst weit und breit nichts zu sehen war.

Eine Nummer kleiner als geplant

Höchstadts Kulturmanagerin Susanne Bayer bezeichnete die vierte Ausgabe des "Sundowners" bei ihrer Begrüßung als "Notlösung, aus der Corona-Krise geboren". Nachdem das gemeinsame große Sommerkonzert von Stadtkapelle und Spielmannszug abgesagt werden musste, war das Kulturpicknick die kleinere Version davon.

Nadja Müller hatte an ihrem Kiosk wieder für Getränke und leckere Cocktails gesorgt. Die Metzgerei Schulz bot Bratwürste vom Grill an. Viele Helfer hatten zum Gelingen des Abends beigetragen. Ihnen galt der Dank der Veranstaltungsmanagerin. Im Hintergrund stand auch die Wasserwacht, für den Fall, dass sich ein Besucher in eines der Badebecken verirrte.

Und dann kam er doch noch: Der Mond, der gegen Ende des Konzerts als eine silberne Sichel am Nachthimmel stand und die kühle Sommernacht in ein romantisches Licht tauchte.