Eigentümer Mathias Starick hatte nicht nur das Dachgebälk der Scheune saniert, sondern auch den Fachwerkcharakter der Wände erhalten: "Ich hätte das Bauwerk auch einfach abreißen können", sinniert er darüber, dass es ihm wichtig war, das ortsbildprägende Gebäude zu erhalten. Da er das Gebäude weder als Scheune noch als Lagerraum benötigt, wollte er damit das kulturelle Leben von Baiersdorf bereichern und die Scheune zu einer Kulturscheune umwidmen.

Doch für die beantragte Nutzungsänderung muss Starick Stellplätze nachweisen, und zwar für jeweils zehn Besucher einen. Das ist im eng bebauten Baiersdorfer Ortskern nicht leicht. Zwei Parkplätze hätte er direkt neben der Scheune - wenn sie eben nicht die beanstandeten gut zehn Zentimeter zu kurz wären. Während der Stadtrat im Prinzip mit der Nutzungsänderung der Scheune einverstanden wäre, weder Feuerwehr noch Ordnungsamt etwas beanstandeten, bleibt das Landratsamt stur. Dabei ständen rund um die künftige Kulturscheune insgesamt 27 öffentliche Parkplätze zur Verfügung, hat Sta-rick nachgezählt. Zwei von ihnen sind sogar für Behinderte vorgesehen.

Stellplatzablöse ist zu teuer

Bürgermeister Andreas Galster (CSU) schlug vor, Starick möge doch die Stellplätze ablösen und dafür der Stadt pro Platz 8000 Euro zahlen, oder er solle in fußläufiger Entfernung ein Grundstück erwerben. Doch die nächsten freien Grundstücke seien zu weit entfernt, erklärt Starick.

Damit ist das Hobbyprojekt für ihn nicht finanzierbar. Er hat schon viel Geld in die Sanierung der Scheune gesteckt - und wenn lediglich 20 Besucher zu einer Lesung, einem Konzert oder einer anderen kulturellen Veranstaltung zugelassen sind, lassen sich damit noch nicht einmal die entstehenden Kosten decken. Dabei ist Starick nicht alleine. Er hat gemeinsam mit anderen an Kultur interessierten Menschen den Verein "Kulturscheune" gegründet, der bis jetzt bereits 29 Mitglieder hat und die Kulturscheune gerne als Veranstaltungsort nutzen würde. Im November durfte eine Lesung mit Sondergenehmigung stattfinden.

Mathias Starick würde gerne die fehlenden Zentimeter von der Kommune erwerben, der die schmale Straße vor der Scheune gehört. "Ich würde mir mehr Augenmaß bei einer solchen Entscheidung wünschen", sagt er und hofft darauf, dass der Bauausschuss die Abweichung und damit auch die Nutzungsänderung genehmigt.