Zu den Branchen, die derzeit vor besonders großen Herausforderungen stehen, gehören die Banken. Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank hat auch bei den regionalen Geldinstituten eine Haupteinnahmequelle versiegen lassen. Sie müssen reagieren und fusionieren, um Kosten zu sparen. Schon 2017 schloss sich die Sparkasse Erlangen mit der Kreissparkasse Höchstadt zusammen. Aktuell laufen Sondierungsgespräche über einen größeren Zusammenschluss im Bereich der VR-Banken.

Wie die drei Vorstandsvorsitzen Johannes Hofmann von der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach, Dirk Helm-brecht von der VR-Bank Nürnberg und Karl-Heinz Endlein von der VR-Bank Fürth-Neustadt-Uffenheim am Donnerstag in einer Video-Pressekonferenz bekanntgaben, sondieren ihre Regionalbanken derzeit einen "künftigen partnerschaftlichen Zusammenschluss". Ziel ist es, die drei bisher eigenständigen Institute unter dem Dach einer genossenschaftlichen Regionalbank für die Metropolregion Nürnberg zusammen zu führen.

Die drei beteiligten Häuser wollen laut Hofmann in dieser Partnerschaft "ein hohes Maß an Selbstständigkeit" behalten, aber gemeinsam auch besser, effizienter und schneller werden. Hofmann: "Wir bleiben drei Banken und bleiben in den Regionen verankert. Der Kunde soll nach außen hin nichts mitbekommen."

Genossen haben das letzte Wort

Das letzte Wort über eine solche Fusion haben allerdings die Genossen der einzelnen Institute. Die drei Vorstandsvorsitzenden gehen davon aus, dass der Zusammenschluss nach den Vertreterversammlungen Mitte nächsten Jahres rückwirkend zum 1. Januar 2021 in Kraft treten könnte.

Stimmen die Vertreter der Anteilseigner zu, würde aus den etwa gleich großen Instituten eine Genossenschaftsbank in der Metropolregion Nürnberg mit einer Gesamt-Bilanzsumme von rund 4,7 Milliarden Euro entstehen. Die hätte dann "Gestaltungsspielräume, die jede der drei Banken für sich alleine genommen nicht hätte". In ihrer Presseinformation sprechen die drei Vorstandsvorsitzenden von neuen finanziellen und personellen Spielräumen für die Schaffung innovativer Angebote. So könne man beispielsweise die Kreditvergabe für den Mittelstand erhöhen, sagt Dirk Helmbrecht aus Nürnberg. Auch ein verbessertes digitales Angebot sei für die Kunden möglich.

Ein weiteres Ziel durch den Zusammenschluss sehe man darin, als Arbeitgeber für die dann knapp 700 Mitarbeiter attraktiver zu werden. Für die Kunden werden die Namen der einzelnen Häuser ebenso bleiben wie persönliche Ansprechpartner und Betreuung in den Filialen.

Setzt nach dem Zusammenschluss dann das große Filialsterben ein? Nein, versichert der Erlanger Vorstandsvorsitzende Hofmann, "aus Fusionsgründen sind keine Filialschließungen geplant". Unabhängig davon arbeite man in Erlangen ohnehin bereits an einem neuen Filialkonzept.

Ein Personalabbau ist bei den drei Banken durch die Fusion auch nicht geplant. Altersbedingt würden in nächster Zeit schon einige Mitarbeiter ausscheiden, sagt Hofmann. Deren Stellen würden dann wohl nicht mehr besetzt.

Mit dem Zusammenschluss in der Metropolregion wollen sich die drei Banken für die Zukunft aufstellen. Jede weitere sei herzlich eingeladen, sich zu beteiligen und anzudocken, sagt Hofmann.