"Finanziell sind das schon enorme Brocken für eine so kleine Gemeinde", sagt Stefan Himpel (FW). Derzeit noch Bürgermeister-Stellvertreter, ab 1. Mai jedoch an der Spitze der knapp 2000 Seelen-Gemeinde, hat Himpel die Finanzen der Kommune besonders ins Auge gefasst.

Der Ausbau der Mühlgasse einschließlich der Straßeneinmündung "Am Sportplatz" schlägt da ganz ordentlich zu Buche. Dennoch will der neu gewählte Bürgermeister ohne neue Kreditaufnahme auskommen - er hat sich vorgenommen Lonnerstadts Schulden abzubauen. Auf mehr als 300 000 Euro beziffert Himpel die Kosten für den Straßenausbau in der Mühlgasse. Notwendig war er zweifelsohne. Im Zuge des Ausbaus soll auch der Höhenunterschied zur Straße "Am Sportplatz" angeglichen werden. Der war so gewaltig, dass einfahrende Lastkraftwagen in der Regel aufsetzten.

Privatmaßnahmen wie an der Raiffeisenbank und dem Anwesen Bruckmann könnten beim Straßenausbau ebenfalls mit einbezogen werden, kostenmäßig natürlich streng getrennt.

Zuschüsse in Höhe von 60 Prozent

Wie Bürgermeister Himpel erläuterte, muss der gesamte Straßenaufbau samt Untergrund erneuert werden. Nachdem die Decke der alten Straße aufgrund des Jahrzehnte alten Teerbelags als "mit Schadstoffen kontaminiert" angesehen wurde, kamen allein für deren spezielle Entsorgung 30 000 Euro auf die Gemeinde zu.
Zum Glück darf die Kommune auf Zuschüsse in Höhe von 60 Prozent der förderfähigen Kosten aus dem Städtebauförderprogramm hoffen. Der Straßenausbau, mit dem am 10. März begonnen wurde, soll im Sommer fertig gestellt werden.

Als weiteres Bauvorhaben steht laut Himpel der Straßenzug "An den Kellern" bevor. Mit der Maßnahme, die ihm zufolge ganz sicher eine Aufwertung des Ortes bringen wird, soll im Herbst dieses Jahr begonnen werden.
Entlang der Gasse mit ihren regionaltypischen Kellern sollen - ebenfalls mit Beteiligung des Städtebauförderprogramms - der Gehsteig erneuert und die Seitenstreifen begrünt werden. Zu den bereits bestehenden Bäumen sieht das Konzept fünf weitere Baumpflanzungen vor. Bei der Gestaltung der Randstreifen mit Pflaster und Begrünung würden sich örtliche Vereine, unter anderem der TSV und die Kellerfreunde engagieren, sagt Himpel. Geplant ist außerdem die Sanierung des Kellerhalses, auf dem beim traditionellen Kellerfest immer die Musikkapelle ihren Platz hat.

Oben auf dem Keller soll ein Musikpavillon errichtet werden, für den sich Lonnerstadt Finanzmittel aus dem europäischen Leaderprogramm erhofft. In diesem Jahr zwar nicht mehr, aber möglicherweise im nächsten wird der Pavillon dann Herzstück des Kellerfestes sein. Die ohnehin schon romantische Kulisse wird durch die Neugestaltung der Anlage noch weiter an Charme gewinnen.